KREISTAGSWAHL

Freie Wähler der Seenplatte wollen AfD abschütteln

Mit 26 Kandidaten für den Kreistag sehen sich die Freien Wähler in der Seenplatte gut genug aufgestellt, um nicht mehr auf den ungeliebten Fraktionspartner angewiesen zu sein.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Der Salemer Arno Süssig ist seit Januar Vorsitzender der neu gebildeten Kreisvereinigung der Freien Wähler im Seenplatte-Kreis.
Der Salemer Arno Süssig ist seit Januar Vorsitzender der neu gebildeten Kreisvereinigung der Freien Wähler im Seenplatte-Kreis. Kirsten Gehrke
Malchin.

Eines hängt den Freien Wählern im Seenplatte-Kreis immer noch nach – die gemeinsame Fraktion mit der AfD. „Die Zusammenarbeit hat uns viel Kritik gebracht“, sagt Arno Süssig, Vorsitzender der Kreisvereinigung der Freien Wähler. „Eigentlich sind wir gegen die AfD.“ Er betont zwar, dass es in der Fraktion immer nur um Sachpolitik gegangen sei. Dennoch will er nach der Wahl am 26. Mai auf keinen Fall mehr mit der AfD kooperieren.

Für die anstehenden Kommunalwahlen sei das Ziel der Freien Wähler, eine eigene Fraktion zusammenzubekommen. „Wir verstehen uns als vernünftige Alternative für Bürger, die die großen Parteien nicht mehr wählen wollen“, erklärt der 61-Jährige. Vor fünf Jahren sei man in eine Zwickmühle geraten. Weil nach der Wahl einer ihrer Kandidaten zur AfD gewechselt war, hatte keiner Fraktionsstärke. So sei damals die Zusammenarbeit zustande gekommen. Das solle dieses Mal nicht wieder passieren.

Großer Zulauf nach der Bayern-Wahl

Süssig ist seit Januar Vorsitzender der Kreisvereinigung. Nach der Bayernwahl im Oktober 2018, als die Freien Wähler mit der CSU eine Koalition gebildet haben, sei die Partei auch in Mecklenburg-Vorpommern bekannter geworden. Der Zulauf sei so groß gewesen, dass nicht mehr nur der Landesverband allein arbeiten kann. Deshalb hätten sich in auch den Kreisen Vereinigungen gebildet. Süssig freut es, dass in allen Wahlbereichen an der Seenplatte eigene Listen aufgestellt werden konnten. Insgesamt 26 Kandidaten treten für den Kreistag an. Der Kreisvorsitzende selbst steht in 11 der 12 Wahlbereiche auf der Liste. Feldberg sei allein stark genug.

Bei einem Thema besonders viel erreicht

Bürgernah zu sein, sei das Hauptanliegen der Partei. „Wir wollen auf Probleme hören und versuchen, sie zu lösen“, sagt der Salemer. Ein großer Erfolg sei ihre Initiative geworden, die Straßenausbaubeiträge im Land abzuschaffen. Dafür hätten sie die Unterschriften gesammelt und so gemeinsam mit den Bürgern viel erreicht.

Künftig wollen sie sich um Themen kümmern wie den Rettungsdienst, bei dem es im Kreis ihrer Auffassung nach bei Aufbau und Struktur Probleme gibt. Vereine zu stärken, sei ein weiterer Punkt. Zudem seien die Freien Wähler für einen sinnvollen Ausbau der Windkraft sowie für ein flächendeckendes Rufbus-System, um den öffentlichen Nahverkehr zu verbessern. Auch bei der Schülerbeförderung dürften Kinder im ländlichen Raum nicht weiter benachteiligt werden und sollen den Bus auch für Kinobesuche, Vereinsaktivitäten, Sport kostenlos nutzen dürfen. Breitband und der Ausbau des Radwegnetzes seien weitere Themen.

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