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Für Dargun geht es jetzt um Lärmschutz

Vor allem Anwohner in der Schlossstraße leiden unter dem Verkehr auf der B 110.
Vor allem Anwohner in der Schlossstraße leiden unter dem Verkehr auf der B 110.
Torsten Bengelsdorf

Was halten Darguns Stadtvertreter von den vielen Ungereimtheiten bei der vom Bund geplanten Umleitung der B 110? Das wollte die Bürger-Initiative "Contra Umgehung" wissen. Die Antwort war wohl eher enttäuschend.

So gern sprechen Darguns Stadtobere offenbar nicht mehr über die Umfahrung. „Ich sehe da keinen Diskussionsbedarf und verstehe nicht, wie uns diese Diskussion noch voranbringen sollte“, reagierte Noch-Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) auf eine Anfrage während der jüngsten Stadtvertreter-Sitzung. Dabei war er gar nicht angesprochen. Robert Steiner von der Bürger-Initiative gegen die Ortsumgehung wollte von den Stadtvertretern wissen, ob sie denn nicht Bedarf sehen, da mal einiges gerade zu rücken.

Der Bürger-Initiative war aufgefallen, dass laut Projekt gleich 4340 Darguner von einer Umgehungsstraße profitieren würden. Das ist die Gesamtzahl der Einwohner Darguns einschließlich der Ortsteile. Dass die neue Trasse dagegen auch für einige Anwohner Nachteile bringen würde, werde dagegen gar nicht erst erwähnt, machte Steiner in der Stadtvertretersitzung noch einmal deutlich. Zuvor war bereits aufgefallen, dass ein Großteil des Lkw-Verkehrs aus Richtung Neukalen nach Dargun kommt und hier erst einmal durch die halbe Stadt geleitet werden müsste, um auf die geplante Umgehung zu gelangen.

Trotz dieser Einwände hatte es die Darguner Ortsumfahrung nun in den Bundesverkehrswegeplan geschafft. Die Planung sei allerdings noch nicht abgeschlossen, meinte jetzt Bürgermeister Graupmann und verwies auf das noch ausstehende öffentliche Beteiligungsverfahren, bei dem auch noch Gegenargumente berücksichtigt werden könnten. Es sei aber auch schon im Vorfeld genügend Zeit für Diskussionen gewesen. Bürgervorsteher Wilfried Hoebel (SPD) antwortete dann doch noch im Namen der Abgeordneten: „Die Stadtvertretung hat für die Ortsumgehung plädiert“, stellte er kurz fest.

Graupmanns Nachfolger, Sirko Wellnitz (WVD), sieht dagegen durchaus noch Gesprächsbedarf. „Das betrifft die Lärmschutzmaßnahmen“, erklärte er auf Anfrage des Nordkurier. Für die angrenzenden Wohngebiete müsse die Belastung in einem erträglichen Maß bleiben. Dafür müsse sich auch die Stadt einsetzen.

Das Bundesverkehrsministerium hat bisher noch nicht auf die Einwände der Bürger-Initiative reagiert.