Auf dem Lidl-Parkplatz ist häufig noch viel frei, dennoch will der Discounter noch mehr Stellflächen und deshalb den
Auf dem Lidl-Parkplatz ist häufig noch viel frei, dennoch will der Discounter noch mehr Stellflächen und deshalb den Volkshaus-Nachbau abreißen lassen. Torsten Bengelsdorf
Volkshaus-Nachfolger

Für Lidl lohnt sich Abriss in Malchin

Einst war Malchin richtig stolz auf den Ersatzbau für das abgebrannte Volkshaus. Seit über zehn Jahren steht das Gebäude jetzt aber leer – und nun auch noch im Weg.
Malchin

Lange hatte die Stadtpolitik über diesen Standort gestritten: Was kann man an die Stelle des im Jahr 1996 abgebrannten Volkshauses in der Stavenhagener Straße neu errichten? Schließlich fand sich ein Investor, der mit seinem Konzept den Vorstellungen der Stadt am nächsten kam und dann ein zweigeschossiges Gebäude mit Gaststätte und Bowlingbahn an die Stelle des Volkshauses setzte. Ende 2000 war Eröffnung, zehn Jahre später auch schon wieder Schluss. Seitdem steht der Bau am Rande des Lidl-Parkplatzes verlassen da – und geht es nach dem Discounter-Unternehmen, dann soll er jetzt möglichst schnell verschwinden. Der Lidl-Markt will hier zusätzliche Parkplätze schaffen und hat dafür jetzt auch einen Bau-Antrag vorgelegt.

Zweifel, ob Lidl tatsächlich mehr Parkplätze braucht

Doch gibt die Stadt das Gebäude, für das sie sich vor gut 20 Jahren noch so vehement eingesetzt hatte, jetzt einfach so auf? Der damalige Bebauungsplan sei mit der Auflage beschlossen worden, dass auf dem Gelände des abgebrannten Volkshauses wieder ein Gebäude errichtet wird, führte Christian Skotnik auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses ins Feld, der Ausschuss befasste sich mit dem Lidl-Antrag.

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Skotnik bezweifelte, dass Lidl überhaupt zusätzliche Parkplätze benötige. Wenn man sich bei dem Bowling-Haus um einen neuen Nutzer bemüht hätte, wäre wohl auch jemand gefunden worden, glaubt Skotnik. „Ein intaktes Gebäude sollte nicht abgerissen werden“, so der AfD-Stadtvertreter. Schließlich sei beim Bau des Hauses auch einmal viel Energie verbraucht worden.

„Können dem Eigentümer den Abriss nicht verbieten”

Bürgermeister Axel Müller (CDU) hielt dagegen: Weder bei der Stadt noch bei Lidl habe jemand Interesse an dem leer stehenden Haus angemeldet: „Die Lage ist nicht gerade ideal. Es steht zu dicht an der Straße und praktisch auf dem Lidl-Parkplatz.“ Ohnehin seien der Stadt doch eigentlich die Hände gebunden. Lidl hatte das Gelände bereits vor einiger Zeit erworben und das Gebäude gehöre nun einmal dazu. „Wir können einem Eigentümer nicht verbieten, sein Gebäude abzureißen“, machte Müller deutlich.

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Hinzu komme, dass die Stadtvertreter schon einmal einem Abriss zugestimmt hätten. Dabei ging es um eine weitere Zufahrt zum Lidl-Gelände von der Bundesstraße aus. „Wir reden hier auch über die Beseitigung eines städtebaulichen Missstandes, wenn das Gebäude leer steht und beschmiert ist“, erklärte der Bürgermeister.

Der Ausschuss stimmte am Ende mehrheitlich für den Bau-Antrag zur Parkplatz-Erweiterung und damit für den Abriss des Volkshaus-Nachfolgebaus.

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