Im Park von Remplin sollen über 500 Bäume gefällt werden. Denn die Anlage soll nach historischem Vorbild neu ge
Im Park von Remplin sollen über 500 Bäume gefällt werden. Denn die Anlage soll nach historischem Vorbild neu gestaltet werden. Carsten Büttner
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Der Park in Remplin soll wieder sein historisches Aussehen bekommen, dafür müssen die alten Bäume weichen und über 1000 neue werden gepflanzt. Kirsten Gehrke
Kahlschlag

Für Park-Umgestaltung in Remplin sollen alte Bäume weichen

Der Landschaftspark im Malchiner Ortsteil Remplin soll sein historisches Aussehen zurückerhalten. Doch das hat seinen Preis und gleicht einer Radikalkur.
Remplin

Malchins Bürgermeister Axel Müller hatte mit einem großen Aufschrei gerechnet, als er in Remplin das Parkkonzept für den Ortsteil vorgestellt hat. Immerhin sollen in den nächsten Jahren die noch stehenden alten Bäume alle verschwinden, also gefällt werden. Und das sei immer ein sensibles Thema. Doch der Protest von Einwohnern blieb aus. Ein Großteil fand die Ideen sogar gut, den Lenné-Park neu zu gestalten. Derzeit stehen dort rund 500 Linden. „Zum größten Teil sind die alle geschädigt“, sagte Müller. Die Stämme würden faulen, teils seien die Bäume falsch geköpft worden und würden jetzt am Rand ausschlagen. Das gebe kein schönes Bild.

Alle Alleen sollen erneuert und vier-reihig Bäume neu gepflanzt werden

Über kurz oder lang müssten die alten Bäume ohnehin mal gefällt werden. Einfach in den Lücken dann nachzupflanzen, würde nicht aussehen. „Ein Park lebt von Uniformität.“ Müller beruhigte auch, dass nicht alle Bäume auf einmal verschwinden werden, sondern nach und nach. Aber kahl werde es erstmal trotzdem aussehen. Die Anlage soll so gestaltet werden, dass sie sich dem Original annähert, also ihr historisches Aussehen zurückbekommt. Die Alleen sollen deshalb komplett erneuert werden und nicht nur fehlende Bäume. Geplant seien über 1000 neue Bäume zu pflanzen. Ob in den vier-reihigen Alleen überall wieder nur Linden hinkommen, sei noch offen. Es werde auch an Bäume gedacht, die im Zuge des Klimawandels besser mit Hitze zurechtkommen und gut Wasser speichern können. Eschen kämen zur Zeit gar nicht in Frage.

Mit der Parksanierung sollen auch historische Brücken erneuert sowie der Grottenteich wieder hergestellt werden. Zudem sollen Teiche und Kanäle entschlammt werden. Ein Durchstich sei geplant, um beide Gräben wieder zu verbinden. Die Planungen für die Parksanierung seien in Vorbereitung. Ein grundsätzliches Okay von der Oberen Denkmalbehörde liege der Stadt inzwischen vor. Im Vorfeld hatte es noch einmal einen Vor-Ort-Termin gegeben. Schriftlich erhalte man noch, was während der Planung zu beachten sei. Unter anderem seien die Bäume noch zu bewerten und ein Artenschutzgutachten erforderlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hätten aber ebenfalls grundsätzlich schon ihr Okay gegeben.

Millionen Euro aus dem Klimaschutz-Programm

Um das Ganze finanzieren zu können, bekommt die Stadt 2,3 Millionen Euro aus einem Klimaschutz-Förderprogramm des Bundes, das decke etwa 90 Prozent der Kosten. Ein Teil des Geldes komme vom Land, fünf Prozent bleiben bei der Kommune. Die Sanierung des rund 35 Hektar großen Park-Ensembles soll auf die nächsten vier Jahre aufgeteilt werden. Wenn die Stadt das nicht jetzt realisiert, werde sie es nicht mehr umsetzen können, so Müller. Er glaubt, dass sich Remplin zu einem der attraktivsten Ortsteile entwickeln könnte. Derzeit laufen Arbeiten für die Neugestaltung des Schloss-Innenhofes.

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