Seit knapp zwei Jahren sind Teterows Kleingärten Dauerthema in der Stadtvertretung. Das jüngste Kapitel gab es am Mi
Seit knapp zwei Jahren sind Teterows Kleingärten Dauerthema in der Stadtvertretung. Das jüngste Kapitel gab es am Mittwochabend. Thomas Koch
Einigung

Gartenstreit in Teterow nun doch kein Fall für den Anwalt

Der Generalpachtvertrag zwischen der Stadt Teterow und dem Güstrower Kreisverband der Kleingartenfreunde wird aufgelöst. Damit ist ein Rechtsstreit vom Tisch.
Teterow

Es ist eher selten der Fall, dass die Besucherstühle im Teterower Rathaussaal fast komplett besetzt sind, wenn sich die Stadtvertreter zu einer Sitzung treffen. Das war am Mittwochabend anders. Mitglieder von mehreren Gartenvereinen der Stadt hatten sich auf den Weg ins Rathaus gemacht, um live und vor Ort zu verfolgen, ob denn nun endlich Bewegung in einen Streit kommt, der sie schon seit so langer Zeit beschäftigt. Die Rede ist von der Auflösung des Generalpachtvertrages zwischen der Stadt Teterow und dem Kreisverband der Gartenfreunde Güstrow e.V. Auf Drängen von mehreren Teterower Kleingartenvereinen bemühen sich die Stadtvertreter seit knapp zwei Jahren aus dem Vertrag auszusteigen, weil die Vereine der Bergringstadt mehr als nur unzufrieden sind mit der Arbeit des Verbandes sind. Weil Verwaltung und Abgeordnete bisher aber auf keinen gemeinsamen Nenner gekommen sind, sollte es am Mittwochabend nun noch einmal um die Frage gehen, ob die Stadtvertretung einen Anwalt mit der Vertragsauflösung beauftragt, so dass die ganze Angelegenheit nicht doch noch vor einem Gericht landet.

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Einigung quasi in letzter Minute

Dazu wird es nun aber nicht kommen. Als der Tagesordnungspunkt am Mittwochabend aufgerufen wurde, meldete sich Katrin Kühne – im Rathaus Mitarbeiterin für den Bereich Liegenschaften – zu Wort. Sie informierte darüber, dass am Montag ein Schreiben des Kreisverbandes im Rathaus eingegangen sei, in dem die Güstrower eine einvernehmliche Auflösung des Generalpachtvertrages anbieten. Voraussetzung sei eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Situation in der Kleingärten gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Bauaufsicht. Von dem Schreiben aus der Kreisstadt waren die Stadtvertreter offenbar so überrascht, dass sie sich erst einmal eine Auszeit nehmen mussten. Zehn Minuten später stand dann fest: Man werde davon absehen, für die Auflösung des Pachtvertrages einen Anwalt ins Boot zu holen und das Angebot des Verbandes annehmen.

Enttäuschung bei einigen Stadtvertretern

Sehr zum Unverständnis der SPD-Stadtvertreterin und Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Kleingärten, Grit Schmelzer. „Wir hätten als Stadtvertretung ein starkes politisches Signal gesetzt, dass die Stadtvertretung ihre Rechte kennt und durchsetzt. Und wir hätten das Tempo gesetzt. Das war ein Machtkampf des Bürgermeisters gegen die Stadtvertretung, den wir verloren haben, weil wir nicht zusammengehalten haben. Juristisch waren wir auf der sicheren Seite. Dieses Instrument, den Prozess auch in eine Richtung zu steuern, die der Bürgermeister nicht will, haben wir jetzt ohne Not aufgegeben“, kommentierte sie den Ausgang der Entscheidung.

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