ENORME KOSTENSTEIGERUNG

Geht Malchin mit Hallendach baden?

Für manchen Stadtvertreter war es ein Schock: Die Kosten für ein Schiebedach im Peenebad könnten auf bis zu 1,45 Millionen Euro steigen. Schon stellen die ersten in Frage, ob sich Malchin eine solche Investition überhaupt leisten kann.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Die Badesaison im Malchiner Freibad ist abrupt beendet, seitdem das Wetter nicht mehr mitspielt. Eine Überdachung kö
Die Badesaison im Malchiner Freibad ist abrupt beendet, seitdem das Wetter nicht mehr mitspielt. Eine Überdachung könnte die Badezeit verlängern, ist aber enorm teuer. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Die neue Kostenschätzung für ein Schiebedach im Malchiner Freibad hat heftige Reaktionen ausgelöst. Statt der bisher veranschlagten 880 000 Euro soll das Wannendach nun bis zu 1,45 Millionen Euro kosten. Da nützt auch die Beteuerung von Bürgermeister Axel Müller (CDU) nichts, dass diese Summe recht großzügig kalkuliert sei, um auf weitere eventuelle Kostensteigerungen vorbereitet zu sein. „Dass alles ein bisschen teurer wird, das haben wir ja beim Straßenbau gesehen. Doch bei dieser Summe bin ich jetzt doch ein bisschen geschockt“, erklärte Stadtvertreter Martin Jahrmärker im Sozialausschuss. Und auch Ausschussvorsitzender Andreas Teggatz ging vorsichtig auf Distanz: „Wenn ich feststelle, dass da Folgekosten auf uns zukommen, die wir uns nicht leisten können, dann bin ich nicht dafür.“

Die Folgekosten lassen sich nach Auskunft von Bürgermeister Müller allerdings noch gar nicht beziffern. „Es werden Wartungskosten anfallen, aber keine Energiekosten. Auch werden wir theoretisch nicht mehr Personal benötigen“, meinte Müller. Das Problem sind denn auch eher die hohen Investitionskosten. Martin Jahrmärker regte inzwischen an, dass die Stadtvertreter noch einmal überlegen und entscheiden sollten, ob sie bei dieser Summe überhaupt noch hinter dem Projekt stehen. Jahrmärker: „Bei dieser gigantischen Dimension habe ich doch einige Bauchschmerzen. Ich kann mir das alles noch nicht so richtig vorstellen.“

Konstruktion bisher nicht vorgestellt

Was zusätzlich für Unmut sorgt: Bis auf zwei Zeichnungen ist bisher kaum etwas bekannt von dem Freibad-Dach. Vorgestellt hat die Konstruktion in Malchin noch niemand. Und zu besichtigen sind solche Dächer nur weit weg von Malchin – in Österreich oder Frankreich.

Selbst wenn zusätzliche Fördermöglichkeiten greifen sollten, so würde die Stadt mindestens zehn Prozent der Kosten allein tragen müssen – das wären dann also rund 145 000 Euro. „Mit diesem Geld hätten wir das andere Projekt locker hinbekommen“, bezog sich Jahrmärker auf eine frühere Variante der Wassererwärmung, bei der Solar-Kollektoren durch Sonnenlicht aufgeheizt werden sollten.

Die Stadt hofft nun auf zusätzliche Fördermittel aus dem Investitionsfonds des Seenplatten-Landkreises, eine Entscheidung darüber werde der Hauptausschuss schon in dieser Woche treffen, kündigte Axel Müller an. Auch hat die Stadt einen Antrag auf Sportförderung beim Land über 300 000 Euro gestellt. „Wir warten jetzt auf diese Mittel vom Kreis und vom Sozialministerium. Wenn die nicht kommen, dann hat sich das Ganze erledigt“, räumte Müller inzwischen ein.

Die Verwaltung klammert sich aber auch noch an eine andere Hoffnung. Der Bau der Dachkonstruktion muss ausgeschrieben werden, so dass dafür nicht allein die französische Firma in Frage kommt, mit der die Stadtverwaltung bisher verhandelt. So hätten sich auch bereits einheimische Unternehmen erkundigt, heißt es. Es ist nicht auszuschließen, dass die das Dach billiger hinbekommen.

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