RECHTSAUFSICHT PRÜFT

Gemeinde Duckow plant erste Bürgerbefragung zur Fusion

Für Duckow wird eine Bürgerbefragung vorbereitet: Fusion mit Gielow oder Malchin, das ist hier die Frage. In Malchin gibt es noch eine größere Idee.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
So weit scheint Malchin gar nicht weg zu sein von Duckow, doch auch Gielow liegt gleich nebenan. Die Fusionsbestrebungen der kleinsten Gemeinde im Amt Malchin wecken noch ganz neue Begehrlichkeiten. 
So weit scheint Malchin gar nicht weg zu sein von Duckow, doch auch Gielow liegt gleich nebenan. Die Fusionsbestrebungen der kleinsten Gemeinde im Amt Malchin wecken noch ganz neue Begehrlichkeiten. Torsten Bengelsdorf
Duckow.

Jetzt prüft erst einmal die Rechtsaufsicht: Dürfen im Falle einer Gemeindefusion wirklich die Einwohner vorher befragt werden? So ganz typisch scheint dieser Weg jedenfalls nicht zu sein, den die Gemeinde Duckow da gerade einschlägt.

Auf einer Einwohnerversammlung im Juli hatten sich die Duckower und Pinnower mit ihrem Bürgermeister Erhard Galinat und seinen Amtskollegen aus Gielow und Malchin, Udo Kahlert und Axel Müller, auf eine sogenannte Bürgerbefragung geeinigt.

Duckower bekommen noch im August Post

Ganz gleich, was die Rechtsaufseher davon halten: Im Malchiner Rathaus, das ja auch die Verwaltung für das gesamte Amt Malchin ist, laufen bereits Vorbereitungen für die Befragung. Dabei sollen alle wahlberechtigten Einwohner der Gemeinde Duckow noch im August einen Brief bekommen, in dem die entscheidende Frage steht: Sollte Duckow nun zum Jahreswechsel mit Gielow oder Malchin eine Gemeinde-Ehe eingehen. Gielows Bürgermeister Udo Kahlert will vor allem darauf achten, dass die Frage möglichst neutral formuliert wird und nicht schon eine Richtung vorgibt.

Daran werde man sich selbstverständlich halten, sagt Mitbewerber Axel Müller. Noch nicht ganz klar ist, wie die ausgefüllten Zettel der Duckower und Pinnower dann wieder eingesammelt werden. Im Malchiner Rathaus denkt man über eine Wahlurne nach, die entweder im Duckower Gemeindezentrum oder aber im Rathaus von Malchin als Amtsverwaltung aufgestellt wird.

„Das Ganze ist eine Meinungsumfrage, rechtlich damit also nicht verbindlich“, stellt Müller klar und geht deshalb auch davon aus, dass die Rechtsaufsicht keine Bedenken hat. Die Gemeindevertreter von Duckow wären also bei ihrer Entscheidung nicht gezwungen, sich nach dem Mehrheitswillen ihrer Einwohner zu richten. Sie werden es allerdings tun, wie Erhard Galinat auf der Einwohnerversammlung bereits zugesichert hatte.

Alle Gemeinden des Amtes in die Stadt holen?

Mit ihrer Bürgerbefragung setzen die Duckower ein Zeichen, wie die oft sehr ungeliebten Gemeinde-Fusionen mehr Akzeptanz finden können. Nicht auszuschließen, dass auch andere Gemeinden künftig diesen Weg gehen.

Egal, ob sich zum Jahreswechsel nun Malchin oder Gielow über 222 neue Einwohner freuen wird, Axel Müller geht diese Fusion offenbar noch nicht weit genug. Er überraschte jetzt mit der Idee, gleich alle Gemeinden des Amtes in die Stadt zu holen und hat darüber auch bereits mit seinen Amtskollegen gesprochen. Die Einwohnerzahl Malchins könnte mit solch einer Fusion wieder auf über 10.000 steigen, die Stadt würde vom Grund- zum Mittelzentrum aufsteigen, was erhebliche Auswirkungen auf finanzielle Zuweisungen hätte.

Ob die Bürgermeister und Gemeindevertreter rund um Malchin einen solchen Schritt allerdings mitgehen, ist zumindest für die nächsten Jahre ziemlich fraglich.

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