FUNKLÖCHER

Gemeinde setzt jetzt auf Mini-Funkmast

Auf der Ostseite des Kummerower Sees ist der Empfang schlecht. Das zeigte sich auch bei der Funkloch-Aktion der CDU, an der sich 93 Anwohner am Ostufer beteiligten. Auch Kummerow möchte sein großes Funkloch loswerden – und baut nun auf eine bisher offenbar wenig bekannte Möglichkeit.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Auch wenn Bürgermeister Bernd Moritz, seine Frau Dorit und Fuhrunternehmer Klaus Wapner (v. l. n. r.) schmunzeln müssen – in der Gemeinde Kummerow sind Handy-Telefonate kein Vergnügen.
Auch wenn Bürgermeister Bernd Moritz, seine Frau Dorit und Fuhrunternehmer Klaus Wapner (v. l. n. r.) schmunzeln müssen – in der Gemeinde Kummerow sind Handy-Telefonate kein Vergnügen. Eckhard Kruse
An der Ostseite des Kummerower Sees hatten sich 93 Funklochmelder beteiligt. Wie in Kummerow zu sehen, hat das Handy fast keinen Empfang.
An der Ostseite des Kummerower Sees hatten sich 93 Funklochmelder beteiligt. Wie in Kummerow zu sehen, hat das Handy fast keinen Empfang. Eckhard Kruse
Zwei kleine Sender auf einem Messwagen checkten die Kummerower Handysignale. Die Anwohner Bernd und Dorit Moritz sowie Klaus Wapner wollten wie Marc Reinhardt und Vincent Kokert (von links) sehen, wie das geht.
Zwei kleine Sender auf einem Messwagen checkten die Kummerower Handysignale. Die Anwohner Bernd und Dorit Moritz sowie Klaus Wapner wollten wie Marc Reinhardt und Vincent Kokert (von links) sehen, wie das geht. Eckhard Kruse
Kummerow.

Dass es in der Gemeinde Kummerow große Funklöcher und schlechtes Internet gibt, das nervt die Anwohner mächtig. „Der Empfang war bei uns schon immer schlecht“, sagte Bürgermeister Bernd Moritz. Der Handy-Empfang schwanke sehr stark. „Weiter in der Dorfmitte wird es noch schlimmer“, ergänzte seine Frau Dorit. Mit WLAN im eigenen Haus komme man auch nicht weiter. Denn beim Internet gebe es nur eine Übertragungsrate von mageren 384 Kilobit. Abends gehe auch im Internet fast nichts mehr, wenn viele Anwohner im Netz surfen.

Beim Malchiner Fuhrunternehmer Klaus Wapner im Ortsteil Maxfelde ist es noch schlimmer. „Bei uns geht gar nichts.“ Wenn er abends zu Hause sei, könnten ihn seine Kraftfahrer nicht mehr erreichen, wenn sie einen Unfall oder eine Panne haben, schilderte er. Bernd Moritz wünscht sich deswegen nichts lieber als einen Funkmast im Dorf, der allen Anwohnern und auch Touristen wenigstens einen vernünftigen Handy-Empfang bringt. „Die Urlauber kritisieren uns immer“, sagte er. Aber die Gemeinde konnte bislang nichts tun.

Günstige Gelegenheit

Das könnte sich mit der Funklöcher-Aktion der Landes-CDU und dem nachfolgenden Funkmastenprogramm des Landes ändern, das die Fraktionen im Landtag einstimmig beschlossen haben. Für Bernd Moritz ist klar, dass die Gemeinde sich um so eine Förderung für einen Mast bewerben wird. „Wir wären ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn wir das nicht tun würden.“ Denn die 4000 Euro als Eigenanteil werde Kummerow noch zusammenbekommen, um die Situation zu verbessern.

Doch warum wird jetzt nur noch ein Eigenanteil von 4000 Euro fällig? Schließlich sollten die Gemeinden bisher bei den rund 200 000 Euro teuren Masten einen Anteil von 40 000 Euro zahlen. Es handele sich um andere Masten, erläuterte Vincent Kokert, CDU-Fraktionschef im Landtag am Freitag in Kummerow. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Marc Reinhardt (CDU) begleitete er einen Funkmesswagen einer Aachener Firma durch die Region, der die schlimmsten Funklöcher noch einmal checkte. Die Masten, um die es jetzt gehe, seien nur zehn Meter hoch und genehmigungsfrei. Sie bräuchten kein Festnetzinternet und würden nur 35 000 bis 45 000 Euro kosten. Zudem winke für die Gemeinden eine 90-prozentige Förderung.

Reicht die Reichweite?

Die kleineren Masten haben laut Reinhardt eine Reichweite von bis zu fünf Kilometern. Ob die Ortsteile Leuschentin, Axelshof und Maxfelde hinter dem Wald damit auch mit Handy-Signalen versorgt werden können, muss sich aber erst zeigen.

Auch im Raum Teterow und Gnoien offenbarten sich mit der Funklochmelder-Aktion viele Funklöcher. So in Wasdow, Finkenthal, Alt Sührkow, Levitzow, Dalkendorf und sogar Teterow. Auch hier könnten Gemeinden die Gelder beantragen, wenn sie den Eigenanteil dafür haben. Zum Jahresende soll es soweit sein.

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