ABWASSER-GESTANK

Geruchs-Gipfel ohne Lösung für Stavenhagen

Der Anteil stinkenden Schwefelwasserstoffs in der Druckleitung von Malchin nach Stavenhagen konnte verringert werden. Trotzdem riecht es an manchen Tagen noch sehr unangenehm in Stavenhagen.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Enrico Albrecht von der Firma VTA installierte Anfang November eine Versuchsanlage im Abwasser-Hauptpumpwerk im Malchiner Industriegelände. Gelöstes Eisen(II)-Chlorid wird darüber dem Abwasser zugesetzt, um die Entstehung stinkenden Schwefelwasserstoffs zu verhindern.
Enrico Albrecht von der Firma VTA installierte Anfang November eine Versuchsanlage im Abwasser-Hauptpumpwerk im Malchiner Industriegelände. Gelöstes Eisen(II)-Chlorid wird darüber dem Abwasser zugesetzt, um die Entstehung stinkenden Schwefelwasserstoffs zu verhindern. Eckhard Kruse
Stavenhagen.

Noch immer müffelt es in der Stavenhagener Innenstadt und rund um den Reuterplatz. Das bestätigte Pastorin Melanie Dango, die den Geruch mit der Note „Faule Eier“ mit anderen Stadtbewohnern schon seit etlichen Jahren wahrnimmt. Meistens habe es vom späten Abend bis 5 Uhr morgens gestunken. Dann sei der Geruch plötzlich wieder verschwunden. Zuletzt habe sie den Duft aber nur am 5. November nachmittags am Bahnhof wahrgenommen und am Nachmittag des 17. November in der Innenstadt.

Das kann nichts anderes bedeuten, als dass die Maßnahmen, die der Wasserzweckverband Malchin-Stavenhagen (WZV) gegen die ungewollten Düfte schon ergriffen hat, noch keine Wirkung zeigen. Der Verband hatte Spezialfirmen nach Ursachen suchen lassen. Die checkten das gesamte Klärwerksgelände. Man verbesserte einen Biofilter. Derzeit nimmt der WZV zur Ursachenforschung einzelne Speicher aus dem System. Am 1.  November wurde in Malchin sogar eine Versuchsanlage im Hauptpumpwerk installiert, mit dem der Schwefel noch vor dem Gang in die Druckleitung nach Stavenhagen aus dem Abwasser geholt wird.

Schwefel-Fällung noch im Test

Der Anteil des geruchsintensiven Schwefelwasserstoffs in der Leitung ist auch stark zurückgegangen, informierte Techniker Enrico Albrecht von der Firma VTA. Zu den Messwerten verwies er auf den Verband. Dort war aber am Freitag niemand für eine Auskunft zu erreichen. Die Anlage wird für zwei Monate getestet. Danach entscheidet der WZV, ob er eine solche Anlage zur Geruchsverminderung und zur Minimierung von schwefeliger Säure installieren will, um die Schwefelkorrosion im System zu verhindern.

Selbst ein Geruchs-Gipfel zwischen Überwachungsbehörden und dem Zweckverband brachte keine neuen Erkenntnisse. Der Beigeordnete des Landkreises Seenplatte, Torsten Fritz, hatte nach Waren eingeladen, um nochmals über mögliche Ursachen für die Geruchsbelästigung zu beraten, teilte Kreissprecherin Haidrun Pergande mit. Es seien Informationen und Untersuchungsdaten ausgetauscht worden. Mit am Runden Tisch waren das kreisliche Umweltamt, der WZV, die Stadt Stavenhagen, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) und das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG).

Weiter nach dem Ausschlussprinzip

Am Ende habe man entschieden, abzuwarten. Man wolle sehen, ob die getroffenen Maßnahmen des WZV dauerhaft greifen und zu einer Verbesserung beitragen, so Pergande. Außerdem werde der Verband nach dem Ausschlussprinzip weiterhin alle möglichen Problemstellen unter die Lupe nehmen, um eine mögliche Ursache nach der anderen auszuschließen. Das StALU sei nicht zuständig, stellte Behördenchef Christoph Linke klar. Denn der WZV sei kein Unternehmen, das eine immissionsrechtliche Genehmigung für den Betrieb brauche. Hier gelte das Verursacherprinzip.

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