FILMREIFE FLUCHT BEI TETEROW

Geschwister liefern sich rasante Verfolgungsjagd mit der Polizei

Sie durchbrachen eine Straßensperre, warfen Gegenstände aus dem Auto, um die Polizei abzuhängen und mussten dann doch wegen eines platten Reifens aufgeben: Drei Verdächtige hielten in der Nacht zum Mittwoch Beamte aus drei Polizeirevieren in Atem.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Meldungen der Polizei zu Unfällen und Diebstählen in Mecklenburg-Vorpommern
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Teterow.

Ein defektes Rücklicht ist in der Nacht zum Mittwoch zwei Männern und einer Frau bei einer Fahrt durch Stavenhagen zum Verhängnis geworden. Gegen 23.30 Uhr war einer Polizeistreife das kaputte Licht an dem VW Golf aufgefallen, den die Beamten daraufhin stoppen wollten.

Was dann geschah, beschäftigte in den nächsten Stunden die Beamten dreier Polizeireviere. Statt den Stopp-Signalen der Polizei Folge zu leisten, habe der Golf-Fahrer stark beschleunigt, um dann auf der B 104 in Richtung Malchin zu flüchten. Auf der Bundesstraße musste ein entgegenkommender Lkw-Fahrer stark bremsen, sonst wäre er mit dem Fluchtauto zusammengestoßen. Um die Polizei abzuschütteln, sei der Golf nicht nur mehrfach auf die linke Fahrspur ausgewichen, die Insassen hätten auch Gegenstände auf die Straße geworfen. Der Streifenwagen habe ständig ausweichen müssen, um nicht getroffen zu werden, schilderte eine Polizeisprecherin am Mittwoch die Verfolgungsjagd, die dann weiter mit rasanter Fahrt durch Malchin zur B 108 und dann in Richtung Teterow ging. Zur Unterstützung waren bereits Polizeikräfte aus Teterow und Waren alarmiert worden. In Teterow hatte die Polizei in der von Moltke-Straße eine Straßensperre eingerichtet, die aber die Flüchtigen auch nicht stoppen konnte. Das Auto fuhr anschließend bei Rot über eine Ampelkreuzung, wobei es ebenfalls beinahe zu einem Unfall gekommen wäre, und rammte in der Warener Straße ein parkendes Auto. Durch den Zusammenstoß platzte ein Reifen des Fluchtautos, mit dem der Fahrer dann noch bis in die Große Knickhäger Straße kam. Hier habe das Auto gestoppt, die Beifahrertür habe sich geöffnet und ein Mann sei davongelaufen und in der Dunkelheit verschwunden, schilderte die Polizei.

In dem Wagen stellten die Beamten dann zwei weitere Personen fest: eine 21-jährige Frau, die während der Flucht des Autos neben dem Fahrer gesessen habe und auf der Rückbank ihr 21 Jahre alter Bruder. Zu dem geflüchteten Mann wollten die beiden nichts sagen.

Warum die drei vor der Polizei abgehauen waren, stellte sich dann schnell heraus. So waren die an dem Auto angebrachten Kennzeichen nicht registriert und der Golf war auch nicht zugelassen. In der Handtasche der Frau fanden die Beamten einen Schlagring – laut Waffengesetz ein verbotener Gegenstand. Außerdem hatte sie Papiere für einen weiteren Bruder dabei – einem 25-jährigen Mann aus der Malchiner Region, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittler vermuten, dass er das Fahrzeug gesteuert hatte, obwohl er gar keine Fahrerlaubnis besitzt. Der 20-Jährige habe zudem körperliche Auffälligkeiten gezeigt, die auf Betäubungsmittel hinweisen würden.

Gegen die Geschwister ermittelt nun die Kriminalpolizei unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Straßenverkehrsgefährdung, Urkundenfälschung, Kennzeichenmissbrauchs, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Fahrerflucht sowie wegen Verstößen gegen das Pflichtversicherungsgesetz, das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz. Die Ermittlungen dauern an.

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