IST DOCH DIE KLÄRANLAGE SCHULD?

Gestank in Stavenhagen: Jetzt sollen sensible Nasen ran

Noch immer weiß der Wasser- und Abwasserzweckverband Malchin-Stavenhagen nicht, warum es über Wochen in der Reuterstadt nach Fäkalien gerochen hat. Spezialisten sollen Ende November Licht ins Dunkel bringen – und dabei nicht nur auf Hightech setzen.
Kirsten Gehrke Kirsten Gehrke
Spezialisten sollen vom 29. November bis 1. Dezember herausfinden, ob die Gestankwolken über Stavenhagen in den vergangenen Monaten vom Klärwerk kamen.
Spezialisten sollen vom 29. November bis 1. Dezember herausfinden, ob die Gestankwolken über Stavenhagen in den vergangenen Monaten vom Klärwerk kamen. Kirsten Gehrke
Stavenhagen.

Im Moment hat sich der Gestank über Stavenhagen verzogen. Es gab keine weiteren Beschwerden oder Hinweise mehr, bestätigt Petra Tertel, Geschäftsführerin des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Malchin-Stavenhagen. Doch das ist kein Grund, nicht weiter nach der Ursache der üblen Gerüche zu forschen, die über den Sommer bis in den Oktober hinein durch die Reuterstadt waberten. Jetzt soll die Kläranlage genauer unter die Lupe genommen werden. Nach einer ersten Begutachtung im Oktober werden nun vom 29. November bis 1. Dezember mehrere Spezialisten vor Ort sein. Die sollen technische Emmissions-Messungen vornehmen und ermitteln, wo eventuell Gerüche oder Gase entweichen.

Dieser Schritt sei der erste und bringe technische Fakten. Doch auf die allein will sich der Zweckverband nicht verlassen. Probanden sollen zudem die Kläranlage sensorisch begutachten, also Gerüche mit der Nase erschnüffeln. Sie sollen so herausfinden, ob es auf dem Gelände stinkt und wo. Dazu werden sie über das gesamte Gelände des Klärwerks gehen und riechen. Auszuschließen sei es nicht, dass der Gestank von der Abwasserreinigung kommt. Denn aus der Stadt war immer die Rede davon, dass es nach Fäkalien riecht. Sollten Schwachstellen gefunden werden,  irgendetwas nicht dicht in der Anlage sein, werde das sofort abgestellt, so Tertel. Unabhängig davon sei ohnehin geplant gewesen, neue Biofilter einzubauen, weil es inzwischen bessere gibt, als die, die momentan eingebaut sind.

Parallel zur Ursachensuche in der Stadt, behalte der Zweckverband auch die Abwasser-Überleitung von Malchin nach Stavenhagen im Auge. Von hier kommt es auch in bestimmten Zeiten zu Geruchsbelästigungen. „Aber dort haben wir eine Quelle im Gegensatz zur Stadt“, sagt Tertel. Doch wie man das gänzlich lösen kann, auch daran werde noch gearbeitet.

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