ERMITTLUNGEN GEGEN POLIZISTEN

Gewalttat eines Neujahrsmorgens bleibt ein Rätsel

Der Vorfall hatte zu Beginn des Jahres 2019 für Aufsehen gesorgt, weil ein Malchiner Polizist im Verdacht stand, brutal zugeschlagen zu haben. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen abgeschlossen.
Was hat sich in und im Umfeld dieser Spielothek in Malchin in der Neujahrsnacht 2019 abgespielt? Das Amtsgericht Neubrandenbur
Was hat sich in und im Umfeld dieser Spielothek in Malchin in der Neujahrsnacht 2019 abgespielt? Das Amtsgericht Neubrandenburg ist jetzt zu einem Urteil gekommen und auch die Staatsanwaltschaft legt ein Ergebnis vor. Torsten Bengelsdorf
Malchin.

Auf diesen Brief hat Günter Fandrich mehr als ein Jahr gewartet. Nun hält er ihn in den Händen und kann den Inhalt kaum fassen. Absender ist die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg, die dem 63-jährigen Malchiner mitteilt, dass die Ermittlungen nach seiner Strafanzeige vom Neujahrstag 2019 eingestellt sind.

Die Vorfälle im Umfeld einer Spielothek in der Stavenhagener Straße hatten zu Beginn des vergangenen Jahres für viel Aufregung und noch mehr Spekulationen gesorgt. Was war passiert? Die Polizei hatte kurz nach Mitternacht einen Notruf erhalten. Eine Frau sei in der Spielothek sexuell belästigt worden, hieß es. Die Beamten fanden den Tatverdächtigen schon bald im Nachbarhaus: Günter Fandrich. Er lag mit schweren Verletzungen an seiner Haustür. Günter Fandrich war brutal zusammengeschlagen worden. Und er ist sich auch sicher, wer ihm das angetan hat: Ein Polizist aus dem Malchiner Revier, der zu dem Zeitpunkt nicht im Dienst war.

Keine genaueren Erinnerungen

Doch die Staatsanwaltschaft ist jetzt zu einer anderen Einschätzung gekommen. Sie stellte in dieser Woche das Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung gegen den Polizeibeamten ein. Es gebe keinen hinreichenden Tatverdacht, bestätigte Oberstaatsanwalt Andreas Lins. Der Geschädigte habe keine genauen Erinnerungen mehr an dem Vorfall.

Fandrich bestätigt, dass er tatsächlich über mehrere Stunden das Bewusstsein verloren habe. Er wisse aber noch genau, wer ihn von der Spielothek in den Vorraum seiner Wohnung geschleppt und dort weiter auf ihn eingeprügelt habe.

Gericht hat ein Urteil gesprochen

Trotz der für ihn enttäuschenden Post von der Staatsanwaltschaft kann Günter Fandrich aber auch einen Erfolg verbuchen. Die Frau, die er sexuell belästigt haben soll, hatte ihn wegen Körperverletzung angezeigt. Das Amtsgericht Neubrandenburg sprach Fandrich im Januar von diesem Vorwurf allerdings frei. Die Zeugen, darunter jener Polizist, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelte, hätten von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht, so dass sich die Vorwürfe nicht nachweisen ließen.

Was damit nun genau in der Neujahrsnacht in und im Umfeld der Spielothek passiert ist, bleibt mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft und dem Urteil des Amtsgerichtes weiter im Dunkeln. Der Polizist ist im vergangenen Jahr in eine andere Dienststelle versetzt worden. Günter Fandrich will sich mit dem Schreiben der Staatsanwaltschaft nun nicht zufrieden geben, wie der Malchiner am Donnerstag sagte. Mit seinem Anwalt werde er jetzt die weiteren Schritte beraten. Ob damit vielleicht doch noch Licht in den rätselhaften Überfall der Neujahrsnacht kommt, ist aber ungewiss.

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