Die Ferienhausanlage soll südlich des Malchiner Sees bei Dahmen entstehen.
Die Ferienhausanlage soll südlich des Malchiner Sees bei Dahmen entstehen. Eckhard Kruse
Kritik

Gibt’s erneut Widerspruch gegen Ferienhäuser in Dahmen?

Die geplante Ferienhaussiedlung am Malchiner See sorgt auch in der verkleinerten Version für Kritik. Man sorgt sich um Natur- und Klimaschutz und sieht keinen Bedarf.
Dahmen

Wenn es nach Dennis Burmeister von der BUND-Ortsgruppe Malchin (Mecklenburgische Seenplatte) ginge, dann würde es wahrscheinlich erneut einen Widerspruch gegen die Ferienhaussiedlung zwischen Dahmen und Rothenmoor (Landkreis Rostock) geben. Die Unterlagen für die von 99 auf 50 Häuser abgespeckte Siedlung werden demnächst in der Amtsverwaltung des Amtes Mecklenburgische Schweiz ausliegen. Hinweise und Widersprüche dürfen verfasst werden.

Für den Gielower passt die von Helmuth von Maltzahn geplante Anlage nicht in die Region. Golf-, Tennis- und Hotelanlagen mit Wellnessbereichen und Gastronomie gebe es in MV mehr als genug. Gerade diese unverbauten Landschaften und noch intakten Lebensräume für Pflanzen und Tiere sind in seinen Augen das größte touristische Potenzial. „Diese empfindlichen Lebensräume gilt es, angesichts des massiven Raubbaus an der Natur, auch weiterhin zu schützen“, meint er. Von Maltzahn interessiere sich nicht für Natur- und Klimaschutz. Stattdessen wolle hier ein finanzkräftiger Investor Geld verdienen. Burmeister kritisiert auch, dass der Investor das Dörfchen Dahmen im Randbereich von Berlin verortet. Da müssten sich die Gemeindebewohner schon als zukünftige Quasi-Hauptstädter fühlen.

Investor spricht von Verhinderern und Träumern

Helmuth von Maltzahn bleibt aber bei seiner Aussage. „Es ist für uns eine Chance, dass wir zwischen Berlin und Hamburg liegen“, betonte er. Das müsse man erkennen und nutzen. „Wenn wir nichts machen, werden wir in der Zukunft nur noch frustrierte Bürger in den Dörfern haben“, sagte der Investor. Reichsbürger und AfD-Anhänger würden sich in den Gemeinden tummeln, weil man sich abgehängt fühlt. Für die Entwicklung brauche es auch eine bessere Infrastruktur in den Dörfern mit schnellem Internet.

Für ihn spielten die Landschaft und der Naturschutz eine wichtige Rolle, sagt Helmuth von Maltzahn. Die Häuser sollten nach ökologischen Kriterien gebaut werden. Damit gehe er konform mit der neuen Bundesregierung. Die Quartiere müssten in die Landschaft passen. Auf keinen Fall wolle er einen Ferienort wie Linstow schaffen, sagt er und wundert sich, wo solche falschen Vorstellungen herkommen. In Richtung der Ferienhaus-Kritiker sagte von Maltzahn: „Das sind Verhinderer und Träumer.“ Sie trügen nicht zum Wohl des Ganzen bei. Er sei in einem Alter, in dem er nicht mehr ans Geldscheffeln denken müsse. Wenn er gar nichts mache, dann werde hier gar nichts mehr stattfinden.

Ob es tatsächlich einen erneuten Widerspruch geben wird, das konnte Corinna Cwielag, Geschäftsführerin des BUND MV, noch nicht sagen. Man werde sich erst die Unterlagen anschauen und insbesondere auf den Vogelschutz achten. Aber auch sie findet solche Ferienhausanlagen nicht geeignet. „Die Lösung wäre, den dezentralen Tourismus zu fördern“, betonte sie. Denn mit solchen Ferienhausanlagen kämen dann Wünsche, den Strand und anderes auszubauen. Für die Anwohner würde sich das Leben stark verändern. „Wir müssen gucken, dass der Tourismus die eigenen Leute nicht überrollt“, sagte Cwielag.

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