STREIT UM SB-BEREICH

Gielower kämpfen weiter um ihren Geldautomaten

Noch immer ist nicht klar, ob die Gielower ihren Geldautomaten und den Überweisungsterminal behalten können. Beides ist seit dem Jahreswechsel außer Betrieb. Jetzt hat sich mit Thomas Krüger ein Landespolitiker die Argumente der Dorfbewohner angehört und wirft einen neuen Vorschlag in die Debatte.
Die Sparkasse zeigt mit dem roten S immer noch Präsenz am Gielower Bürgerhaus, auch wenn ihre Automaten seit dem Jah
Die Sparkasse zeigt mit dem roten S immer noch Präsenz am Gielower Bürgerhaus, auch wenn ihre Automaten seit dem Jahreswechsel außer Betrieb sind. Torsten Bengelsdorf
Thomas Krüger hörte sich im Bürgerhaus an, was die Gielower vom Abbau der Sparkassen-Technik in ihrem Dorf halt
Thomas Krüger hörte sich im Bürgerhaus an, was die Gielower vom Abbau der Sparkassen-Technik in ihrem Dorf halten. Dennis Burmeister
Gielow.

Es hatte sich schnell herumgesprochen in Gielow: Es kommt jemand vom Landtag, um sich einmal vor Ort erklären zu lassen, wie die Gielower über den Rückzug der Sparkasse aus ihrem Dorf denken. Der vom Landtag war kein geringerer als Thomas Krüger, SPD-Fraktionsvorsitzender, den die Gielowerin Erika Kaiser-Dühring eingeladen hatte. Spontan waren daraufhin einige Leute mit ins Bürgerhaus gekommen, um zu hören, ob ihnen der Landtagsabgeordnete eventuell helfen kann.

Neue Beratung nach heftigen Protesten

Die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin will ihren SB-Bereich im Bürgerhaus schließen. Geldautomat und Überweisungsterminal funktionieren seit dem Jahreswechsel schon nicht mehr. Wohl auch wegen der heftigen Proteste aus dem Dorf hat das Geldinstitut die Geräte aber erst einmal stehen gelassen. Der Gielower Außenposten der Sparkasse wird nun auf der nächsten Verwaltungsratssitzung Ende März noch einmal eine Rolle spielen.

In dem Gespräch mit Thomas Krüger machten die Gielower noch einmal deutlich, was für sie eine Schließung des SB-Bereiches bedeuten würde. Vor allem ältere Einwohner seien doch auf die Sparkassen-Technik vor Ort dringend angewiesen, hieß es. Die Darstellung der Sparkasse, der Standort müsse wegen der Sicherheitslage geschlossen werden, bezweifeln die Gielower. Die Sparkasse hatte Gielow zu ihrem am meisten gefährdeten Standort in ihrem gesamten Geschäftsbereich erklärt, was mögliche Überfälle oder Geldautomaten-Sprengungen angeht. Die Gielower haben aber einen ganz anderen Verdacht: Demnach dürften wohl eher wirtschaftliche Gründe für die drohende SB-Schließung eine Rolle spielen.

„Auf der einen Seite bringt man millionenschwere Investitionsprogramme auf den Weg, welche die ländlichen Räume stärken und zu gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land führen sollen. Auf der anderen Seite greift man in Entwicklungsprozesse ein und schließt wichtige infrastrukturelle Einrichtungen, die zudem Einrichtungen der öffentlichen Hand sind. Dieser Widerspruch ist den Menschen auf dem Land nicht zu vermitteln“, meinte Dennis Burmeister aus Gielow.

Landrat und Vorstand eingeladen

Thomas Krüger machte hingegen deutlich, dass – bei allem Verständnis für den Unmut der Menschen – den Politikern oftmals auch die Hände gebunden sind. Dennoch würde man nichts unversucht lassen, eine Lösung im Sinne der Gielower Bürger zu finden.

Wie diese Lösung aussehen könnte, erklärte Krüger am Montag dem Nordkurier. Er habe sowohl die Sparkasse als auch die Raiffeisenbank angeschrieben und um ein Treffen mit Gielows Bürgermeister Udo Kahlert gebeten. „Vielleicht können beide Banken in Gielow gemeinsam einen Automaten betreiben. In anderen Regionen funktioniert dies bereits“, sagte Krüger.

Die Gielower Gemeindevertreter wollen nun aber auch Landrat Heiko Kärger (CDU) sowie Mitglieder des Sparkassen-Vorstandes zu einer öffentlichen Bürgerstunde nach Gielow einladen, bevor im März die Entscheidung über den SB-Bereich fällt.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Gielow

Kommende Events in Gielow (Anzeige)

zur Homepage