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Glockenläuten bei NPD-Demo ein Fall für’s Gericht?

Die Kundgebung der NPD auf dem Teterower Marktplatz wurde von massiver Beschallung vom Rathausbalkon übertönt.
Die Kundgebung der NPD auf dem Teterower Marktplatz wurde von massiver Beschallung vom Rathausbalkon übertönt.
Simon Voigt

Weil seine Demo-Ansprache mithilfe von Lautsprechern auf dem Rathausbalkon übertönt wurde, droht der Teterower NPD-Stadtvertreter mit einer Klage. Gleichzeitig ist fraglich, ob die Kundgebung überhaupt genehmigt war.

Hat die Störung der NPD-Kundgebung am Reformationstag in Teterow ein juristisches Nachspiel? Das zumindest kündigte der Veranstalter Adrian Wasner (NPD), Stadtvertreter in Teterow, an. Denn seine Ansprache während einer Demonstration war massiv gestört worden. Gewaltlos aber lautstark setzte sich Teterow gegen die Veranstaltung der Rechten zur Wehr. Als der Demonstrationszug unter massivem Polizeischutz gegen 15 Uhr dem Marktplatz erreichte, erschallte dort aus Lautsprechern auf dem Rathausbalkon ein gewaltiges Geläut von Glocken. Die Teilnehmer hatten sich für eine Kundgebung zu einem Karree formiert. Doch die Stimme des Redners vermochte kaum zu ihnen durchzudringen.

Durch den Hall auf dem geschlossenen Platz verschwammen Redefetzen, Glockenläuten und Bassrhythmen zu einem unverständlichen Sound-Brei. Die Polizei vor Ort griff offensichtlich nicht in diese akustische Auseinandersetzung ein. Wasner selbst witterte hinter der Störaktion „autonome, kriminelle Linksfaschisten“ und drohte mit rechtlichen Schritten.

Im Rathaus wird diese Ankündigung mit Achselzucken quittiert. Ein Mitarbeiter meint, es habe sich um „Begleitmusik“ für den Zug über den Marktplatz gehandelt. Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos) äußert sich nicht zu dem Vorfall. Zumal nicht eindeutig klar ist, ob eine Kundgebung auf dem Markt durch den Landkreis als Teil der Demo genehmigt war. Auf eine Nordkurier-Anfrage hieß es am Dienstag aus dem Güstrower Landratsamt lediglich, dass „der Auflagenbescheid für den Aufzug unter anderem die Wegstrecke über den Marktplatz beinhaltete.“ Genehmigt war eine Abschlusskundgebung in der Heinestraße, die störungsfrei verlief.

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