:

Gnoien fürchtet das Ausbluten

VonEberhard RogmannDie Stadtvertreter wirken ratlos. Ihnen liegt die siebente Auflage eines Konsolidierungskonzeptes vor. Dennoch wächst die ...

VonEberhard Rogmann

Die Stadtvertreter wirken ratlos. Ihnen liegt die siebente Auflage eines Konsolidierungskonzeptes vor. Dennoch wächst die Verschuldung.

Gnoien.Dieser Staat will die kleinen Kommunen vernichten. Zu diesem Fazit kommt der Stadtvertreter Gerd Tschiesche (SPD) nach der Lektüre des Haushaltssicherungskonzeptes von Gnoien. Eindringlich warnt er davor, die von der Kommunalaufsicht aufgezeigten Wege zum Abbau des hohen Defizits zu beschreiten. Der Blick auf Teterow lässt bei den Gnoienern die Alarmglocken schrillen, denn den Nachbarn war nahegelegt worden, städtisches Eigentum zu veräußern – Land, Wald, Baugrundstücke. „Es wäre höchst fahrlässig, unser Eigentum zu verkaufen. Das ist man los und hat vielleicht für ein Jahr das Loch gestopft. Doch im nächsten Jahr sitzt man wieder in der gleichen Misere, hat aber nichts mehr zu verkaufen“, zeigt Tschiesche den drohenden Teufelskreis auf.
Diese Ansicht teilen viele. Bürgermeister Hans-Georg Schörner (SPD) bekennt ganz offen, dass ihm angesichts der Politik von Land und Kreis angst und bange um die kommunale Selbstverwaltung sei. Seit 2005 habe die Stadt jedes Jahr zwischen 200000 und 300000 Euro weniger Geld erhalten. „Das ist unser Minus“, macht Schörner geltend. Zwar habe man bis 2011 den Fehlbetrag immer noch innerhalb der gesetzten Frist von zwei Jahren ausgleichen können. Mit Einführung der doppischen Haushaltsrechnung sei damit Schluss.
Und so spricht aus dem jetzt in siebenter Auflage vorliegendem Konzept auch eher Hilflosigkeit. Die Möglichkeiten von Einsparungen sind nahezu überall ausgereizt. Was den CDU-Stadtvertreter Wolfgang Reinhardt zu dem verzweifelt anmutenden Vorschlag treibt, er würde auf seine Sitzungsgelder verzichten. Kopfschütteln in den Reihen der Abgeordneten und die Belehrung: „Das haben wir schon geprüft. Das darfst du gar nicht.“ Die Zahl der Sitzungen weiter zu reduzieren, um so zu sparen, davor warnen Lars Schwarz (CDU) und Arne Schmiedeberg (SPD) gleichermaßen. Das führe nur dazu, dass die Zusammenkünfte zeitlich zu Mammutveranstaltungen ausarten. Kein Ausweg in Sicht? Wolfgang Reinhardt mahnt, das städtische Eigentum zu nutzen, um die Löcher zu stopfen. Die Wohnungsgesellschaft wie die Forstbetriebsgemeinschaft hat er dabei im Fokus.

Kontakt zum Autor
e.rogmann@nordkurier.de