NEUES WOHNGEBIET

Gnoien geht Bauland aus – „Warbelblick“ soll helfen

Dass die Eigenheimsiedlung „Warbelniederung” so schnell ausgebucht sein würde, war nicht abzusehen. Jetzt will Gnoien anbauen. Doch was ist mit den Baulücken in der Innenstadt?
Viele Jahre galt die „Warbelniederung“ als das Wohngebiet, in dem es immer noch genügend Platz für neue
Viele Jahre galt die „Warbelniederung“ als das Wohngebiet, in dem es immer noch genügend Platz für neue Häuser gab. Doch diese Zeiten sind wohl nun vorbei. Die städtischen Grundstücke sind so gut wie alle verkauft. Torsten Bengelsdorf
Gnoien ·

Wer sich in der Warbelstadt seinen Traum von einem eigenen Häuschen erfüllen will, hat hier mittlerweile ziemlich schlechte Karten. Zumindest dann, wenn das eigene Heim auf städtischem Boden entstehen soll. „Im städtischen Bereich haben wir kein einziges freies Baugrundstück mehr“, vermeldete Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) in dieser Woche. Selbst das Wohngebiet „Warbelniederung“ – über viele Jahre das Sorgenkind beim Verkauf städtischer Grundstücke – ist mittlerweile ausgebucht. „Ein freies Grundstück haben wir da noch. Aber da laufen bereits Gespräche. Wenn diese Fläche dann auch weg ist, dann haben wir alle verkauft“, sagt Schwarz.

Ähnlich sieht es in der gerade durch den Straßenbau aufgewerteten Sülzer Siedlung aus. Hier waren zuletzt noch drei Grundstücke zu haben. Eine Doppelfläche sei mittlerweile aber auch vergeben. Für ein drittes Stück liegt nun laut Bürgermeister ebenfalls ein Kaufvertrag vor.

„Es ist deshalb wichtig, dass wir jetzt ein neues Wohngebiet erschließen“, steht für den Bürgermeister fest. Und da greift die Warbelstadt jetzt für einen Plan in die Schublade, den es in Gnoien schon seit Jahrzehnten gibt. Die Stadt wird sich in Richtung Rostock in Anschluss an die „Warbelniederung“ ein neues Wohngebiet schaffen, das den Namen „Warbelblick“ tragen soll. Die Stadtvertreter gaben zu Wochenbeginn der Erschließung einer drei Hektar großen Fläche grünes Licht. Auch wenn dies im Moment noch Ackerland ist, liegen bereits sieben konkrete Anfragen für Baugrundstücke in diesem Bereich vor.

Gnoien profitiert von hohen Preisen rund um Rostock

In Gnoien zeigt sich nun, was auch andere Städte der Region längst zu spüren bekommen. Die Nachfrage nach Bauland ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen – so sehr, dass mittlerweile vielerorts nach neuen möglichen Wohngebieten Ausschau gehalten wird. Gnoien hat es sogar noch mit einem Sonder-Effekt zu tun. Da Baugrundstücke im Umfeld von Rostock mittlerweile ziemlich teuer sind, schauen sich Bauwillige nicht mehr nur in und um Sanitz oder Tessin um, sondern interessieren sich mehr und mehr auch für die Warbelstadt, was auch beim Verkauf privater Häuser längst zu spüren ist. Für das neue Wohngebiet kündigte Bürgermeister Schwarz Quadratmeter-Preise zwischen 70 und 75 Euro an.

Die Erschließung des „Warbelblicks“ hat in der Stadtvertretung aber auch zu einer Diskussion über die Innenstadt geführt. „Wir sollten uns auch noch einmal mit der Lückenbebauung befassen. Grüne Wiese das kann ja jeder“, wandte UGB-Vorsitzender Andreas Reich ein. Auch Ottmar Schug (CDU) hatte die Altstadt ins Gespräch gebracht.

„Wir haben keine einzige Fläche in der Innenstadt, die wir anbieten könnten. Die noch zu haben sind, sind in der Regel private Flächen“, machte Lars Schwarz deutlich. Und fügte hinzu: „Ewig langes Diskutieren können wir uns hier nicht leisten.“ CDU-Fraktions-Chef Marco Krüger sieht mit dem neuen Wohngebiet sogar die Chance, dass Gnoien bei der Einwohnerzahl die 3000er-Marke wieder reißen könnte.

 

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