Zutritt nur für Geimpfte und Genesene heißt es ab Mittwoch in der Innengastronomie und in Freizeiteinrichtungen im
Zutritt nur für Geimpfte und Genesene heißt es ab Mittwoch in der Innengastronomie und in Freizeiteinrichtungen im Landkreis Rostock. Die Seenplatte könnte schon am Freitag folgen. Auch die Weihnachtsmärkte stehen wieder in Frage. Sebastian Willnow
2G-Regelung

Gnoien sagt als erste Stadt den Weihnachtsmarkt ab

In Teterow, Gnoien und dem Umland gilt ab Mittwoch die 2G-Regelung. In Gaststätten und Freizeitstätten dürfen dann nur noch Geimpfte und Genesene.
Teterow

Um kurz nach 16 Uhr kam am Montag die entscheidende Nachricht aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales: Der Landkreis Rostock ist den dritten Tag in Folge auf der Corona-Warnampel orange eingezeichnet. Damit gilt ab Mittwoch in vielen Bereichen: Nur noch Geimpfte und Genesene haben Zutritt etwa in Innenbereiche der Gastronomie und zu Freizeitstätten.

Wirklich überraschen konnte die Verschärfung der Corona-Regeln in Teterow oder Gnoien wohl kaum noch jemanden. „Bei mir gibt es dann nur noch Außer-Haus-Verkauf“, meinte etwa die Inhaberin von „Jutta‘s Imbiss-Stube“ in der Rostocker Straße in Teterow, Kerstin Lehmann. Sie wolle niemanden benachteiligen. „Wenn ich im Imbiss die 2G-Regel anwende, sehe ich höchstwahrscheinlich die Ungeimpften nie wieder“, befürchtet die Teterowerin. Zudem habe sie durch die Lockdowns schon Übung, was den Außer-Haus-Verkauf angeht.

Bei Reservierung ein Hinweis

Im neu eröffneten Stadtbistro gegenüber vom Norma-Markt wird anders mit der 2G-Regelung umgegangen. „Uns bleibt nur die Abfrage, ob die Person geimpft oder genesen ist“, sagt Helge Apelt, der das Stadtbistro und die Stadtmühle betreibt, in der die Gäste bereits bei der Reservierung auf 2G hingewiesen werden.

Genauso verfährt auch Bodo Brokop, Mitbetreiber der BoJo-Bar in der von-Moltke-Straße. Beim Vorverkauf für die Veranstaltung am 27. November habe man den Leuten die 2G-Regel mitgeteilt. „An dem Abend wird am Eingang eine Person stehen und die Impfnachweise kontrollieren“, kündigt Brokop an. Wie sich die 2G-Pflicht auf das Weihnachtsgeschäft auswirken wird, könne er nicht sagen. Die Bar sei bereits für Privatfeiern gebucht. Bislang habe noch niemand abgesagt.

Durch die verschärften Regeln kommen nun auch wieder die Weihnachtsmärkte ins Wanken. In Gnoien werde es auch in diesem Jahr keinen Weihnachtsmarkt geben, stand für Bürgermeister Lars Schwarz (CDU) am Montag bereits fest. „Ich wüsste nicht, wie das funktionieren soll“, so Schwarz.

Adventsleuchten mit großem Fragezeichen

Bereits für Freitag kommender Woche (26. November) wird in Teterow das Adventsleuchten vorbereitet. Aber auch diese vorweihnachtliche Aktion ist jetzt mit einem großen Fragezeichen versehen. Die 2G-Regel würde einen Teil der Menschen ausschließen, gibt Ronny Kinne zu bedenken. Er ist einer der Sprecher der Interessengemeinschaft Innenstadthändler. Das Adventsleuchten sei aber eine Veranstaltung von Teterowern für Teterower und solle für alle da sein. „2G würde eine Einzäunung und Kontrollen nach sich ziehen. Es müsste eine professionelle Einlasskontrolle da sein, die wahrscheinlich das Budget übersteigen würde. Zudem braucht man dafür viel mehr Helfer als es jetzt schon der Fall ist“, sagt Kinne. Heute nun soll eine kleine Runde von Geschäftsleuten zusammen kommen und über das Adventsleuchten beraten. Das Rathaus wird dabei wohl keine große Hilfe sein, wie die Auskunft von Bürgermeister Andreas Lange (parteilos) am Montag schon mal erkennen ließ: „Der Landkreis Rostock wird bei Erforderlichkeit sicher entsprechende Maßnahmen treffen und bekanntgeben.“

Wie Teterows Bibliothek mit G2 umgeht, ist noch unklar. Auskünfte dazu gebe nur der Bürgermeister. Und auch aus der Kulturbörse Gnoien kam am Montag nur eine knappe Antwort: „Wenn die Regelung klar ist, werden wir darüber beraten“, erklärte Bettina Kalisch, Vorstandsmitglied des Trägervereins cultura mobile.

Auch die Nachbarstädte Malchin und Dargun könnten von der 2G-Regelung bereits ab dem kommenden Freitag betroffen sein. Denn auch der Seenplatte-Landkreis ist seit Montag orange auf der Corona-Warnampel. Bleibt das auch am Dienstag und Mittwoch so, gelten ab dem übernächsten Tag die verschärften Regeln. Was den Weihnachtsmarkt angeht, will zumindest Malchin so lange wie möglich in diesem Jahr daran festhalten, wie Bürgermeister Axel Müller (CDU) am Montagnachmittag erklärte.

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