DISCOUNTER SAGT AB

Gnoien sucht händeringend neuen Supermarkt

Erst Aldi, nun auch Edeka: Nach anderthalb Jahren schließt in der Kleinstadt bald der nächste Einkaufsmarkt. Doch die versprochene Neuansiedlung an der Warbelniederung lässt auf sich warten. Wenn sie denn überhaupt noch kommt.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Zu abgelegen: Edeka-Neukauf will sich nach Aldi jetzt ebenfalls aus Gnoiens Gewerbegebiet zurückziehen. Bisher ist keine Handelskette bereit, sich in einem neuen Markt an der B 110 einzumieten.
Zu abgelegen: Edeka-Neukauf will sich nach Aldi jetzt ebenfalls aus Gnoiens Gewerbegebiet zurückziehen. Bisher ist keine Handelskette bereit, sich in einem neuen Markt an der B 110 einzumieten. Torsten Bengelsdorf
Gnoien.

Es sind nur noch wenige Wochen, dann dürfte es ziemlich ruhig werden auf dem riesigen Parkplatz im Gnoiener Gewerbegebiet. Exakt anderthalb Jahre, nachdem der Discounter Aldi seinen Einkaufsmarkt geschlossen hat, will Ende September gleich daneben nun auch Edeka dichtmachen. Der abgelegene Standort im Gewerbegebiet hat sich mittlerweile als großer Nachteil erwiesen. Da haben es die beiden verbleibenden Discounter – Lidl und der schwarzgelbe Netto – direkt an der viel befahrenen B  110 deutlich besser getroffen.

In Gnoien und in den Umlandgemeinden wächst nun aber die Sorge, dass künftig nur noch zwei Einkaufsmärkte und ein Lebensmittelgeschäft in der Innenstadt wohl kaum ausreichen werden. Von dem angekündigten Neubau eines Marktes gleich neben Lidl ist nämlich immer noch nichts zu sehen. Und das wird wohl auch erst einmal so bleiben. Ein Discounter, mit dem der Investor für den Bau der Kaufhalle verhandelte, hat mittlerweile abgesagt, wie Architekt Bernhardt Kutzner-Gabriel gegenüber dem Nordkurier bestätigte. Um wen es sich handelt, will er nicht sagen. Ein neuer ist noch nicht gefunden. Man werde mit dem Bau aber erst beginnen, wenn ein unterschriebener Mietvertrag vorliegt. „Und davon sind wir noch sehr weit entfernt“, erklärt Kutzner-Gabriel.

Noch lange kein Baurecht für neuen Markt

Da der Wettbewerb bei den Lebensmittelmärkten sehr hart ist, nehmen die Unternehmen auch das Umfeld genau unter die Lupe. Und hier sind die Nachbarstädte Teterow, Dargun oder Tessin mittlerweile so gut versorgt, dass sie auch immer mehr Kunden aus dem Gnoiener Raum zum Einkaufen anziehen. Ein Trend, der sich noch verstärken dürfte, wenn sich im September Edeka aus der Warbelstadt verabschiedet. Selbst mit Edeka und Aldi seien mittlerweile noch einmal Gespräche geführt worden, ob sie nicht in den Neubau einziehen würden, berichtet Architekt Kutzner-Gabriel. Doch gleich neben Lidl kommt das für beide Ketten offenbar nicht in Frage.

Und es gibt noch ein Problem: Zwar hat die Gnoiener Stadtvertretung auf ihrer jüngsten Sitzung den Weg frei gemacht für die notwendige Änderung des Bebauungsplanes „Warbelniederung“. Doch Baurecht gibt es hier deshalb noch lange nicht. Auch dieses Verfahren wird wohl noch mindestens ein Jahr dauern. Trotzdem bleibt Architekt Kutzner-Gabriel Optimist: „Ich gehe nach wie vor davon aus, dass uns eine Ansiedlung gelingt.“

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