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Gnoiener Bürgermeister zieht die Rote Karte

Gnoiens Bürgermeister droht dem Energiekonzern Edis wegen ständiger Verzögerungen bei Straßenbauarbeiten mit der "Roten Karte", sprich: einem Baustopp.
Gnoiens Bürgermeister droht dem Energiekonzern Edis wegen ständiger Verzögerungen bei Straßenbauarbeiten mit der "Roten Karte", sprich: einem Baustopp.
Friso Gentsch/dpa

Die Gnoiener Friedenstraße wird zum Schlachtfeld. Seit Monaten buddelt eine Firma dort im Auftrag der Edis. Jede Terminzusage für ein Ende der Bauarbeiten wurde bisher gebrochen. Die Stadt greift nun zu extremen Mitteln.

Die Gnoiener proben den Aufstand. Bürgermeister Hans-Georg Schörner (SPD) greift zu drastischen Maßnahmen, um gegenüber dem Energieversorger Edis deutlich zu machen, dass man dem Gebahren der Baufirmen in dessen Auftrag nicht länger freien Lauf lässt. "Wenn die Arbeiten am Freitag dieser Woche nicht abgeschlossen sind, werde ich am Montag einen Baustopp mit sofortiger Wirkung aussprechen", zeigt sich das Stadtoberhaupt entschlossen. Gedrängt hatte ihn die Stadtvertretung am Montagabend, "extreme Maßnahmen" zu ergreifen, um dem Anliegen der Stadt Gehör zu verschaffen. Im Sommer hatte sich der Energieversorger quasi in ein lang geplantes Tiefbauvorhaben in der Friedenstraße gegrätscht und begonnen, im Bereich der Bürgersteige parallel eine Rohrleitung zu verlegen. Schon bald erhoben sich kritische Stimmen. Bemängelt wurde, dass die Qualität der nachfolgenden Pflasterarbeiten sehr zu wünschen übrig lasse. Was den Zorn der Gnoiener aber erst richtig entflammte, war die Ignoranz, mit welcher die Baufirma eine Terminzusage nach der anderen betreffs Beendigung der Baumaßnahme brach.

"Wir können nur froh sein, dass bislang kein Schnee fiel. Beim ersten kräftigen Flockenwirbel bricht hier ein Riesenchaos aus", argumentiert Lars Schwarz. Er verweist darauf, dass in der Hauptstraße auf beiden Seiten kein ordentlicher Gehweg bestehe. "Wie soll hier ein Winterdienst arbeiten? Und wohin mit dem Schnee?", fragt er. Doch auch ohne Schnee sei man nicht weit vom Chaos entfernt. Jeden Tag werde eine andere Straße gesperrt. Neuerdings die Alte und Neue Kirchenstraße sowie die Jungfernstraße. Schwer zu leiden haben unter dieser unerträglichen Misere die innerstädtische Geschäftsleute. 

Schörner räumte ein, dass seine Gespräche mit den Bauleuten wirkungslos blieben. Rechtlich habe die Stadt kaum Möglichkeiten der Einflussnahme. Jetzt sei die ultima ratio ein Baustopp. Der ist bis 31. Dezember befristet. Wie es dann in der Friedenstraße weitergehe, sei aus heutiger Sicht nicht absehbar.