Rund 15 Unternehmeherinnen und Unternehmer folgten der Einladung von Bürgermeister Lars Schwarz in die Aula der Grundschu
Rund 15 Unternehmeherinnen und Unternehmer folgten der Einladung von Bürgermeister Lars Schwarz in die Aula der Grundschule. Nadine Schuldt
Energiesparen

Gnoiener suchen Wege aus Energiekrise

Die hohen Energiekosten machen vielen Unternehmern zu schaffen. Die Gnoiener Verwaltung wollte von Firmenchefs und Geschäftsleitern die Situation erfragen.
Gnoien

Um Energie zu sparen, ergreifen Unternehmer ungewöhnliche Maßnahmen. Im Geschäft von Diana Dubowski ist wegen der hohen Energiekosten die Beleuchtung in der Kühlabteilung nur noch eingeschränkt vorhanden. Die Inhaberin des Nah- und Frischmarktes in Gnoien hat nun nur noch jede zweite Lampe in dem Bereich eingeschaltet. „Wir überlegen momentan auch, die Tiefkuhltruhen zusammenzulegen, um ein Gerät zu sparen”, erläutert sie.

Die Maßnahmen kommen nicht von ungefähr. Nachdem der Vertrag mit ihrem Energieanbieter Anfang des Jahres ausgelaufen war, musste die Inhaberin des Nah- und Frischmarktes in Gnoien einen neuen Kontrakt unterzeichnen. Mit krassen Folgen. „Im August musste ich mehr als das Doppelte für meine Energiekosten zahlen als noch im letzten Jahr”, erzählte die Unternehmerin Mittwochabend in der Aula der Gnoiener Grundschule. Dorthin hatte Bürgermeister Lars Schwarz die Gnoiener Unternehmer eingeladen, um Eindruck von der Stimmung zu erhalten und ihre Anliegen mit in die Politik zu nehmen.

Energiethema beschäftigt die Bürger

Kein Wunder, denn momentan scheinen die Unternehmer auf der Strecke zu bleiben. „Wir müssten unsere Preise verdreifachen, aber wer kauft dann noch was”, fragt Diana Dubowki, die in ihrem Geschäft auch kalte Platten anbietet.

Auch interessant: Diese neuen Energiespar-Vorgaben treten heute in Kraft

Birger Ziegler, Bürgermeister der Gemeinde Behren-Lübchin und zugleich Fachberater beim Energieanbieter Progas, beobachtet eine große Unsicherheit am Markt. Die Bürger beschäftigten sich mit dem Energiethema, fragten viel nach und haben Ziegler zufolge viel Respekt vor dem Thema. „Die Bürger bereiten sich vor, klemmen zum Teil auch schon Erdgas ab”, schildert er erste Sparmaßnahmen. Die, die noch vor einigen Monaten übelegt hatten, ihre Ölheizung umzurüsten, sind froh, dass sie es nicht getan haben, nun auch eine Lagermöglichkeit haben. Er wies zudem auf die Alternative von preiswertem Propangas hin. Große Unternehmen fragen hier schon nach. Allerdings beobachte er auch, dass die Bürger sehr unter Spannung stehen. Das sei nicht gut für die Stimmung in der Bevölkerung, so Ziegler. Dann blickt er auf seine eigene Gemeinde. Dort seien die beiden beiden Feuerwehr-Standorte auf eine Propan-Brennwerttherme in Kombination mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Die Propan-Brennwerttherme funktioniere auch über ein Notstrom-Aggregat, wenn kein Strom da sei. Die Propan-Versorgung erfolge über einen eingelagerten Tank.

Eine große Hürde zu meistern

Für Lars Schwarz müsse dagegen künftig die städtische Wohnungsgesellschaft eine große Hürde meistern. Sie schließen stets Ein-Jahresverträge ab und schauen sich nun nach einem neuen Kontrakt um Höhere Kosten seien dabei nicht auszuschließen. Angedacht sei deshalb, Änderungen an der Heizungsanlage vorzunehmen. Allerdings könne das erst nach der Heizperiode im Winter machen.

Lesen Sie auch: So sollen Behörden in MV Energie sparen

Darüber hinaus gab Lars Schwarz, der zugleich auch Dehoga-Chef ist, zu Beginn einen ausführlichen über das Vorgehen von Bundes- und Landesregierung beim Thema Energiekrise. Schwarz sprach sich dabei mehrfach für einen Energiepreisdeckel aus, der alle Energieträger umfasse. Darauf wolle er auch bei der Ministerpräsidentenrunde kommende Woche drängen. „Der Energiepreisdeckel wäre wünschenswert und zwar so schnell wie möglich”, sagte Diana Dubowski. Steffi Burmeister, Leiterin des Vodafone-Shops, wollte an dem Abend wissen, welche Gebäude im Notfall künftig als Aufwärmstube zur Verfügung stünden. „Die Warbelhalle, da sie bereits das Katastrophenzentrum ist”, antwortete Schwarz.

Entgegenkommen der Stadt?

Steffi Burmeister zog nach dem Abend ein nüchternes Fazit. „Es gab keine wirklichen Lösungen für die Unternehmen in Gnoien”, sagte sie. So hätte es kein Entgegenkommen der Stadt gegeben beispielsweise die Gewerbesteuer zu senken. Eine Möglichkeit wäre zudem, Gespräche mit den Stadtwerken bezüglich sogenannten Sammelvertragsangeboten für Unternehmer der Stadt. Hervorgehoben hatte Steffi Burmeister dann aber auch, dass sich die Stadt nun offenbar mit Wärmestuben, Decken und Notstromaggregaten auf eine eventuelle Katastrophenlage vorbereite. Lars Schwarz bedauerte, dass Steffi Burmeister ihre Anliegen nicht in der Sitzung vorgetragen hatte. „Wir hatten die Gewerbesteuer gesenkt”, wies er auf ein paar Monaten durchgeführte Maßnahme in der Stadt hin.

 

zur Homepage