NACHRUF

Große Trauer um Kummerows Schlossbesitzer

Torsten Kunert ist nach langer schwerer Krankheit verstorben. Nicht nur Kummerow hat dem Berliner Kaufmann viel zu verdanken.
Torsten Kunert liebte moderne Kunst und alte Häuser. Aus dem Schloss Kummerow hat der Berliner ein Schmuckstück gemacht.
Torsten Kunert liebte moderne Kunst und alte Häuser. Aus dem Schloss Kummerow hat der Berliner ein Schmuckstück gemacht. NK-Archiv
Nun ist Torsten Kunert nach langer Krankheit gestorben.
Nun ist Torsten Kunert nach langer Krankheit gestorben. NK-Archiv
Kummerow.

Es gab Momente, an denen er gezweifelt hatte. Sich eine solche Baustelle wie das Kummerower Schloss aufzunacken, war für den Berliner Kaufmann Torsten Kunert gewiss keine leichte Entscheidung. 2011 hatte er das Schloss ersteigert, kurz darauf bereits mit der Restaurierung begonnen. Was da alles schon verrottet, weggefault oder schlichtweg nicht mehr da war – tragende Balken vom Schwamm zerfressen, ganze Saaldecken nicht mehr zu retten. „Manchmal schien das Licht am Ende des Tunnels eher kleiner zu werden als näherzukommen“, sagte Kunert einmal.

Doch er verfolgte ein klares Ziel, ein Gesamtkonzept, das das Schloss als räumlichen und lebendigen Bezugspunkt des Dorfes darstellt. Das große zentrale Projekt dabei: das Nationale Fotografiemuseum. Schon bald war in Kummerows Schloss eine große Ausstellung des Dresdner Malers und Grafikers Eberhard Göschel zu sehen. Kunert war ein großer Freund und Bewunderer dieses aufsässigen wie unangepassten Mannes.

Gründung einer Ziegelei-Gesellschaft

Die Ostfotografie, die vergangene und nachwirkende Lebenswelten der Menschen der ehemaligen DDR dokumentieren, stellen auch heute noch einen wichtigen Teil der fotografischen Sammlung im Schloss Kummerow dar. Obwohl der Schwerpunkt auf zeitgenössischen Werken etwa von Thomas Demand, Andreas Mühe oder Wolfgang Tillmans liegt.

Auch die Stadt Neukalen hat dem Berliner viel zu verdanken. Kunert war gefragt worden, ob er nicht eine Idee habe, wie man das Problem der alten Ziegelei am Rande der Kleinstadt lösen könne. Just in dem Moment, als er sich das Gelände einmal anschaute, löste sich ein Stein von einem der Schornsteine und schlug auf den Boden auf. Das war wohl für Kunert das Signal: Hier besteht Handlungsbedarf. Mit einer eigens gegründeten Ziegelei-Gesellschaft, in der die Stadt Neukalen zur Hälfte beteiligt ist, begann im Jahr 2012 der Abriss. Die akut einsturzgefährdeten Bereiche kamen zuerst an die Reihe. Die drei Schornsteine wurden gesprengt. Auf einem Teil des alten Ziegelei-Geländes steht mittlerweile ein Solarpark.

Am vergangenen Sonnabend ist Torsten Kunert nach langer schwerer Krankheit verstorben. Er habe als Eigentümer des Schlosses Kummerow mit seiner Fotografischen Sammlung und darüber hinaus an vielen anderen Orten in der Region mit seinem Wirken Zeichen gesetzt, die visionär in die Zukunft weisen, schreibt die Tourismusmanagerin Angelika Groh, die im Kummerower Schloss ihren Sitz hat.

 

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