Robert Uhde ist zwar auch in der Mecklenburgischen Schweiz engagiert, brennt aber als Rostocker in der siebten Generation vor
Robert Uhde ist zwar auch in der Mecklenburgischen Schweiz engagiert, brennt aber als Rostocker in der siebten Generation vor allem für die Hansestadt. Voß
Die Mittsommerremise im Herrenhaus Vogelsang, dem Objekt von Robert Uhde, lockt viele Besucher.
Die Mittsommerremise im Herrenhaus Vogelsang, dem Objekt von Robert Uhde, lockt viele Besucher. Voß
Interview

Gutshaus-Guru will Bürgermeister in Rostock werden

Robert Uhde ist bekannt als Mitbegründer und Organisator der Mittsommerremise, aber auch als Impfarzt. Jetzt hat er wiederum Ungewöhnliches vor, wie er im Interview verriet.
Basedow

Herr Uhde, der erste ausländische Bürgermeister Deutschlands, Claus Ruhe Madsen, will nicht mehr Rostocks Bürgermeister sein. Der Däne war beliebt, Sie treten eine schwierige Nachfolge an, wenn Ihr Vorhaben gelingt: Oberbürgermeister der Hansestadt zu werden. Was war der Beweggrund für Ihre Entscheidung?

Wir leben in einer Zeit großer Umbrüche, aber auch historischer Chancen. Die Stadt hier auf ihrem starken Kurs zu halten, liegt mir als Rostocker in siebter Generation sehr am Herzen. Als Netzwerker und Ideengeber meine ich, zu diesem Zeitpunkt meines erfahrungsreichen Lebens mich mit ganzer Kraft unserer Stadt politisch widmen zu können. Als Impfarzt bin ich in der Pandemie mit vielen Rostockern persönlich ins Gespräch gekommen. Dieser offene Austausch hat mich berührt und motiviert. Zudem bin ich als Rostocker nach diversen Kultursanierungen mittlerweile mit halbem Bein auch am Sanieren des Kulturgutes Vogelsang in der Mecklenburgischen Schweiz und möchte dies nunmehr nicht mehr nur privat leben, sondern das Thema „Stadt-Umland“ auch in den politischen Raum rücken.

Welches sind Ihre vorrangigen Ziele im womöglich neuen Amt?

Das Potenzial, die Kreativität unserer Bürgergesellschaft zu fördern, ist mir wichtig. Unsere Stadt ist eine Stadt der Sieben Häfen. Sicherheit und Schutz spielen jüngst eine viel wichtigere Rolle, schaffen im Werftenkontext gar Zuversicht und Arbeit. Wissen und Bildung, Kultur – sie alle haben ihre Dynamik und Kraft. Grundsätzlich darf im Detail kein Zweifel an einer Umsetzung lang erkämpfter und diskutierter Projekte wie dem Museumsneubau oder dem Theaterneubau gesät werden.

Inwiefern kann bei den vielfältigen Aufgaben als hanseatisches Stadtoberhaupt Ihr bisheriges Engagement für die Gutslandschaft in MV weiter intensiv verfolgt werden?

Ich bin stellvertretender Vorsitzender im Verein der Schlösser, Gut- und Herrenhäuser MV. Die Kulturlandschaft der Gutsdörfer ist so eine kraftvolle und besondere heimatstiftende Identität, die uns alle noch viele Jahre inspirieren wird, auch im baltischen Raum. Ich bin dabei. Vogelsang ist ein Kulturgut, dass mir Begegnung mit Denkmal, Heimat und Mecklenburger Geschichte, aber auch Demokratiegeschichte – der Erbauer Marnecke war Teilnehmer im Vorparlament der Paulskirche 1848 – ermöglicht.

 

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