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Harpunen-Schütze zieht Revision zurück

Noch liegt der Harpunen-Fall beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
Noch liegt der Harpunen-Fall beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe.
Uli Deck

Täter und Opfer stritten sich im vergangenen Jahr um eine junge Frau aus Stavenhagen. Die Auseinandersetzung eskaliert. Am Ende ist ein Mann lebensbedrohlich verletzt.Doch nun nahm das Gerichtsverfahren ein überraschendes Ende.

Dieser Fall hatte im vergangenen Jahr für einiges Aufsehen in Stavenhagen gesorgt: Ein 25 Jahre alter Mann lief mit einem Harpunenpfeil im Hals durch die Schultetusstraße. Er verfolgte den Schützen, der das Geschoss abgefeuert hatte, und musste am Ende notoperiert werden. Denn die Verletzungen waren lebensbedrohlich.

Noch immer liegt der Fall um den Harpunen-Schützen beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Doch wie es aussieht, müssen sich die Karlsruher Richter nun nicht mehr mit dem Fall beschäftigen. Denn die Anwälte des Opfers zogen ihren Antrag auf Revision zurück. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundesgerichtshofes. Nun scheint es nur noch eine Formalie zu sein, bis ein vorsitzender Richter den Eingang des Schreibens bestätigt und das erste Urteil auch rechtskräftig wird.

Das Urteil stammt vom Landgericht Neubrandenburg. Das hatte den Harpunen-Schützen aus dem Raum Demmin im September zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und elf Monaten verurteilt. Er setzte die Strafe aber zur Bewährung aus. Dazu musste der mittlerweile 19-jährige Täter 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen und Arbeitsstunden leisten.

Die Anwälte des Opfers hatten Revision eingelegt, weil sie mit dem Urteil nicht einverstanden waren. Sie forderten, dass das Urteil aufgehoben wird und in einer anderen Kammer des Landgerichts neu verhandelt wird. Wieso sie ihren Antrag nun überraschend zurückgezogen haben, das ist nicht bekannt.