Himmelfahrtstradtion gerettet
Hatscher heizt historischen Ofen in Teschow an

Bäckermeister Christoph Hatscher freut sich schon auf die Herausforderung, mit einem Holzbackofen mal ganz traditionell zu arbeiten.
Bäckermeister Christoph Hatscher freut sich schon auf die Herausforderung, mit einem Holzbackofen mal ganz traditionell zu arbeiten.
SEBASTIAN HAERTER

Zu Himmelfahrt geht der Ofen im historischen Backhaus nach zwei Jahren unfreiwilliger Pause wieder in Betrieb. Bäckermeister Christoph Hatscher geht dafür gern noch mal in die Lehre.

Aufatmen beim Teterower Museumsverein. Im historischen Backhaus in Teschow geht in diesem Jahr das Licht wieder an. Und vor allem der Ofen. Zu Himmelfahrt wird gebacken, freut sich Vereinsvorsitzende Meike Jezmann. Sie hat einen Bäckermeister gefunden, der die Tradition nach zwei Jahren „Pause” weiterführt: Christoph Hatscher. Er führt die Bäckerei und Konditorei Hatscher aus Stavenhagen, die auch in Teterow und vielen anderen Städten Filialen hat, in vierter Generation. „Backen ist das, was mir am meisten Erfüllung bringt”, sagt der 39-Jährige ganz einfach.

In Teschow haben sich Meike Jezmann und Christoph Hatscher inzwischen getroffen. „Ich war überrascht, wie gut das Backhaus ausgestattet ist”, sagt der Bäckermeister, den die Aufgabe spürbar reizt und der dafür vor dem Start zu Himmelfahrt auch noch mal ein Stück weit in die Lehre geht. „Solche Holzbacköfen haben eine eigene Persönlichkeit. Man muss sich kennenlernen.”

Meister wil zeigen, wie viel Arbeit in einem Brot steckt

Dafür möchte er sich auch mit Kurt Döffinger und Horst Zeiter verabreden. Beide hatten über viele Jahre im Teschower Backhaus den Hut auf und hatten auch immer wieder angeboten, ihr Wissen an einen Nachfolger weiterzugeben. Jetzt ist es soweit. Anfang April – so hat es Christoph Hatscher mit dem Museumsverein abgestimmt – möchte er loslegen. „Man muss gucken, wie oft wir uns treffen. Das wird ein Lernprozess für mich. Selbst als Bäckermeister werden sie mir eine ganze Menge beibringen können.”

Der Ofen soll übrigens nicht nur für Himmelfahrt angeheizt werden. „Wir wollen auf jeden Fall mehr machen. Vielleicht noch nicht in diesem Jahr, aber Backkurse, von denen ich bisher einen gemacht habe, würde ich gern weiterführen”, sagt Christoph Hatscher. „Das sind ja dann so etwas wie Workshops. Im historischen Backhaus gemeinsam Brot backen. Ich denke schon, dass sich genug Begeisterte finden. Das muss über den Museumsverein laufen. Und wir stehen ja auch in der Pflicht. Hier wurde Fördergeld angelegt, da besteht die Verantwortung, es zu nutzen. Und wir können den Menschen mal wieder nahe bringen, wie es auf einem Gutshof lief und wie viel Arbeit in so einem Brot steckt.”