STADTPOLITIK

Heftiger Streit um Teterower Schulkamp-Sanierung

Demokratie basiert auf dem Grundsatz der Gleichberechtigung. Der allerdings scheint in der Stadtvertretung Teterow missachtet worden zu sein.
Eberhard Rogmann Eberhard Rogmann
Statt provisorischer Reparaturen soll der Teterower Schulkamp nach einem ganzheitlichen Konzept auf Vordermann gebracht werden.
Statt provisorischer Reparaturen soll der Teterower Schulkamp nach einem ganzheitlichen Konzept auf Vordermann gebracht werden. Eberhard Rogmann
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Teterow.

Der Schulkamp ist die Festwiese der Teterower. Hier feiern sie die Höhepunkte im städtischen Leben. Zum Hechtfest wie beim Central-Mecklenburgischen Töpfermarkt bevölkern Tausende das Areal. Hier gehen Kinder zur Schule und das Haus der Musen lockt mit mannigfachen kulturellen Angeboten. Ganz davon abgesehen zählt der Spielplatz dort zu den wichtigsten Begegnungsstätten der Stadt. Allerdings bedarf der Schulkamp dringend einer Erneuerungskur. Das ist seit Längerem offensichtlich und Konsens in der Stadtvertretung. Dennoch hat sich daran ein heftiger Streit entzündet.

Mit einem Antrag an die Stadtverwaltung geht die CDU in die Offensive. Diese soll beauftragt werden, ein Konzept für die Gestaltung des Stadtparkes, den Schulkamp einbegriffen, und des Friedhofes zu erstellen. Damit solle der Flickschusterei einfacher Reparaturen ein Ende gesetzt werden. Bislang hatte man es bei der provisorischen Behebung von Schäden bewenden lassen. So waren einzelne Wegabschnitte, die bei heftigem Regen unter Wasser standen, mit Kies aufgefüllt worden. Beim Mahnmal am Teichufer hatte man einen abgesackten Teil der Sockelmauer ausgebessert. Alles in allem nur Stückwerk.

Baum-Pflege soll mit einbezogen werden

Jetzt also soll eine systematische Vorgehensweise die Situation grundlegend verbessern. Das eingeforderte Konzept sollte dabei auch die Pflege und Erneuerung des Baumbestandes einbeziehen. Analoges gelte für den seit 1908 bestehenden Friedhof.

Punkten kann die CDU mit ihrem Vorstoß indes nicht. In anderen Fraktionen reibt sich mancher verwundert die Augen. Heike Bartz (SPD), sachkundige Einwohnerin im Umweltausschuss, weist darauf hin, dass ein solcher Auftrag für den Friedhof bereits im vorigen Jahr erteilt worden sei. Bauamtsleiter Uwe Hohenegger bestätigt dies. Vermessungen seien bereits erfolgt und an der Konzeption werde gearbeitet. Sichtlich verärgert reagiert Stadtvertreterin Sigrun Maibohm (Unabhängige Teterower Fraktion). Im März 2018 habe ihre Fraktion einen Antrag, die Attraktivität des Stadtparkes zu verbessern, eingebracht, ruft sie in Erinnerung. „Wir haben nie eine Rückmeldung erhalten. Und jetzt kommt kurz vor der Wahl die CDU und flugs wird deren Antrag zum Beschluss gestellt. Ich bin irritiert. Hier läuft etwas auseinander.“

Vorfall soll ein Nachspiel haben

Fred Nawotke (CDU), sachkundiger Einwohner im Bauausschuss, versucht dem Konflikt die Schärfe zu nehmen. „Es geht doch um die Sache und da sind wir uns weitgehend einig. Lasst uns jetzt nicht auf Kindergarten machen“, mahnt er. Doch Bauausschussvorsitzender Jürgen Paries will den Vorfall, dass der Antrag einer Fraktion offenbar stillschweigend unter den Tisch fallen konnte, nicht im Raum stehen lassen. Es müsse schon nachgeforscht werden, was damals geschah, fordert er von Bürgermeister Andreas Lange (parteilos). Dieser war vor Jahresfrist allerdings noch nicht im Amt. In der Sache kündigt Lange an, den Antrag zu überarbeiten. Der Hauptausschuss könne dann am Montag über die weitere Verfahrensweise befinden.

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