FEUERWEHR SPERRT STRAßEN

Heftiges Gewitter erschüttert die Seenplatte

Ein heftiger Sturm erschütterte am Sonntagabend Teile der Mecklenburgischen Seenplatte. Ein Anwohner berichtet von katastrophalen Zuständen. Auch an der Küste kam es zu gefährlichen Situationen.
Simon Voigt Simon Voigt
Diese Hagelkörner wurden in Briggow in der Mecklenburgischen Seenplatte aufgenommen. Leser Birk Göllnitz hat uns das Foto geschickt.
Diese Hagelkörner wurden in Briggow in der Mecklenburgischen Seenplatte aufgenommen. Leser Birk Göllnitz hat uns das Foto geschickt. privat
Ein Leser fotografierte gegen 18 Uhr das Unwetter auf der B 104 bei Chemnitz in Richtung Gädebehn.
Ein Leser fotografierte gegen 18 Uhr das Unwetter auf der B 104 bei Chemnitz in Richtung Gädebehn. Rene Rößner
Diese Hagelkörner prasselten in Bredenfelde bei Malchin vom Himmel.
Diese Hagelkörner prasselten in Bredenfelde bei Malchin vom Himmel. Henning Rilka
Der Hof vom Familie Rilka in Bredenfelde bei Malchin wurde durch die Regenmassen überschwemmt.
Der Hof vom Familie Rilka in Bredenfelde bei Malchin wurde durch die Regenmassen überschwemmt. Henning Rilka
Rosenow.

Ein heftiges Gewitter zog am Sonntagabend über Teile der nördlichen Mecklenburgischen Seenplatte hinweg. In der Gegend um Rosenow (bei Stavenhagen) fiel in mehreren Höfen der Strom aus, teilte die örtliche Feuerwehr mit. Entlang der Bundestraße 104 riss der Sturm viel Laub und ganze Äste von den Bäumen. Die Feuerwehr hatte die Straße zeitweise voll gesperrt. Insgesamt stürzten mindestens zehn Bäume zwischen Waren, Torgelow am See und Rosenow um, so ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Neubrandenburg.

Segler erlitt vor Rügen Mastbruch

Auf der Autobahn 20 zwischen den Anschlussstellen Neubrandenburg Ost und Friedland verlor ein Autofahrer aufgrund von Aquaplaning die Kontrolle über seinen Wagen. Ein Gewitter mit starken Sturmböen sorgte am Sonntagabend ebenfalls für mehrere Rettungseinsätze an der Ostsee. Verletzt wurde zum Glück niemand, wie Sprecher der Wasserschutzpolizei in Rostock und Stralsund am Montag sagten. 14 Menschen mussten von einem Zeesboot gerettet werden, das auf dem Saaler Bodden bei Wustrow (Kreis Vorpommern-Rügen) sank. Das Ausflugsboot wurde bereits geborgen.

Eine größere Fähre wurde im Fahrwasser vor Hiddensee etwa 50 Meter abgetrieben, lief auf Grund und musste von einem Schiff der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger frei- und abgeschleppt werden. Die Fähre "Stralsund" sollte noch auf Schäden untersucht werden. Vor dem Hafen von Breege auf Rügen erlitt ein Segler Mastbruch und musste ebenfalls abgeschleppt werden.

Anwohner berichten von riesigen Hagelkörnern

Ein Anwohner aus Bredenfelde bei Malchin berichtete dem Nordkurier indes von starken Regenfällen, die in kurzer Zeit einen Hof unter Wasser gesetzt hätten. Der Sturm habe überall Blätter verteilt. Der Anwohner berichtet von „riesigen Hagelkörnern”, die er so noch nie gesehen habe. Zeitweise hätten er und seine Familie den Eindruck gehabt, dass sie die Fensterscheiben kaputt schlagen. „Es war einfach nur eine Katastrophe.” Die Blumen im Garten hätten das Wetter nicht überlebt und seien komplett weggebrochen. Ähnlich sehe es auf einem benachbarten Getreidefeld aus.

"Es hat gehagelt, so dass es weiß war", schreibt ein Twitter-Nutzer aus der Region um Kleeth. Der Sturm habe Dächer beschädigt und Bäume entwurzelt. Auch über Altentreptow stürmte und hagelte es heftig, so ein Anwohner.

Auch in Waren berichten Anwohner von großen Hagelkörnern. Das Freilufttheater "Müritz-Saga" musste unterbrochen werden. Das Gewitter zog nach Osten weiter nach Vorpommern und richtete auch um Greifswald Schäden an. Ein Kornfeld wurde großflächig umgeknickt.

In Neubrandenburg schlug bereits morgen Sonntagvormittag ein Blitz in den Dachstuhl einer Villa ein. Das Gebälk geriet in Flammen. Die Feuerwehr reagierte schnell, verletzt wurde niemand. Der heftige Sturm am Sonntagabend zog dafür an der Stadt vorbei, wie dieses Foto zeigt, das im nahen Neuenkirchen enstand.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rosenow

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