Marcel Ortmann vom Zirkus (links) und Traktorfahrer Hartmut Böhm laden das Jördenstorfer Heu in Stavenhagen ab.
Marcel Ortmann vom Zirkus (links) und Traktorfahrer Hartmut Böhm laden das Jördenstorfer Heu in Stavenhagen ab. Eckhard Kruse
Jonny Ortmann und sein Sohn Marcel helfen beim Abladen der Heuballen.
Jonny Ortmann und sein Sohn Marcel helfen beim Abladen der Heuballen. Eckhard Kruse
Zirkus in Not

Heuspenden helfen Zirkus Orando bis zum Weihnachtsfest

Der Spendenaufruf im Nordkurier hat geholfen. Landwirte und Privatleute spendeten Heu und Stroh für den gestrandeten Zirkus Orandi in Stavenhagen. Dem ging das Futter aus.
Stavenhagen

Beim Zirkus Orandi in Stavenhagen (Mecklenburgische Seenplatte) kann man aufatmen. Jonny Ortmann und seine Zirkusleute haben genug Futter, um bis zum Weihnachtsfest und vielleicht sogar ein paar Tage darüber hinaus zu kommen. Mehrere Landwirte und Privatleute hatten über die Nordkurier-Internetseite und die Zeitung über die Not des Zirkus’ gelesen und entschieden, den Tieren etwas von ihrem gebunkerten Heu abzugeben. Denn mit dem coronabedingten Vorstellungsverbot geht dem Zirkus am Ivenacker Tor in Stavenhagen das Geld aus. Der Zirkuschef bat um Hilfe für die Tiere.

Ganze Fuhre von einem Landwirtschaftsbetrieb

Eine Spende aus Alt Kentzlin war noch am Montagabend (6. Dezember) vorbei gekommen. „Er brachte ein Bund Heu und zwei Bunde Stroh mit“, sagte Ortmann. Ein Stavenhagener Pferdehalter spendete ein Bund Heu. Am Dienstag rollte eine ganze Fuhre von einem Landwirtschaftsbetrieb aus Jördenstorf, nördlich von Teterow, auf den Platz. Der Landwirt hatte ein Herz für die Tiere und in diesem Jahr eine recht gute Heuernte. Nun müssen die Pferde, Rinder, Lamas, Schafe und Esel nicht hungern.

Dankeschön-Vorstellung versprochen

Als der Traktorfahrer Hartmut Böhm nach anderthalb Stunden Fahrt die 20 Bunde Heu auf den Platz fuhr, da waren Jonny Ortmann und sein Sohn Marcel fast sprachlos. „Ich weiß gar nicht, wie ich mich bedanken soll“, sagte der Zirkuschef. Per Hand und per Radlader luden sie die Ballen ab. Ortmann versprach, eine Dankeschön-Vorstellung zu geben, wenn sie wieder auftreten dürften. Er hofft noch, dass es am 15. Dezember oder auch im Januar so weit sein könnte. Bis dahin würde der Zirkus auch gern auf der Stavenhagener Festwiese bleiben und sprach mit Bürgermeister Stefan Guzu darüber. „Er hat mir versprochen, den Platz spätestens Anfang Januar zu verlassen“, sagte Guzu. Bis dahin könne der Zirkus weiter am Ivenacker Tor bleiben. Der Bürgermeister habe die Hilfe der Stadt angeboten. Er wolle noch selbst beim Zirkus vorbeischauen und sich ein Bild von der Lage machen.

Leistungen nach Hartz IV beantragen

Wie lange der Zirkus vor Ort bleibt, hänge sehr von der Situation ab, so Ortmann. Wenn man am 15. Dezember nicht wieder Vorstellungen geben darf, dann werde seine Familie beim Jobcenter Leistungen nach Hartz IV beantragen müssen. Bis dahin wolle man aber noch warten.

Am Mittwoch bekam er noch einen Anruf vom Alt Sührkower Landwirt Matthias Hantel. Der will auch noch 10 Ballen Heu oder Stroh spenden. „Der Zirkus kann ja nichts dafür“, sagte er.

zur Homepage