WIRTSCHAFT

Hohlfaser-Produzent in Teterow verordnet Kurzarbeit

Die Teterower Firma Allmed Medical Industries kann nicht mehr so viele Hohlfasern für Dialysegeräte liefern, wie es die Kunden wünschen. 120 bis 130 Mitarbeiter arbeiten nun in Kurzarbeit. Die Ursachen dafür reichen weiter zurück.
Das Teterower Unternehmen Allmed Medical Industries stellt seit vielen Jahren synthetische Hohlfaserkapillarmembranen her. Sie
Das Teterower Unternehmen Allmed Medical Industries stellt seit vielen Jahren synthetische Hohlfaserkapillarmembranen her. Sie sind das Herzstück von Dialysatoren, die für die Nierenersatztherapie benötigt werden. Eckhard Kruse
So sehen die Hohlfasern aus.
So sehen die Hohlfasern aus. Eckhard Kruse
Die Hohlfasermembranen von Allmed (unten) sind das Herzstück von Dialysatoren.
Die Hohlfasermembranen von Allmed (unten) sind das Herzstück von Dialysatoren. Eckhard Kruse
Teterow.

Beim Teterower Unternehmen Allmed Medical Industries ist seit ein paar Tagen Kurzarbeit angesagt. Das bestätigten Personalleiterin Yvonne Brentführer, Werksleiter Hans-Christian Schäkel und der Leiter Finanzwesen, Dimitri Bagratuni, dem Nordkurier. Das Unternehmen hat seinen Sitz auf dem Koppelberg. Es stellt Hohlfasermembranen für die Blutreinigung bei Dialyse-Patienten her und ist insgesamt seit 17 Jahren am Markt.

Anlaufschwierigkeiten nicht behebbar

„Wir haben die Belegschaft Anfang Februar über diese Maßnahme informiert“, erläuterte Yvonne Brentführer. Seit 18. Februar ist sie in Kraft. Von den insgesamt 170 Mitarbeitern seien 120 bis 130 Mitarbeiter betroffen. „Ihre Arbeitszeit verringert sich um 30 Prozent“, sagte Brentführer. Die Beschäftigten bekämen allerdings von der Agentur für Arbeit einen Lohnzuschuss, der den Lohnverlust teilweise ausgleicht. Das Unternehmen arbeite auch intensiv daran, die Ursache im Werk zu beheben, betonte Hans-Christian Schäkel.

Für Yvonne Brentführer hängt die Kurzarbeit noch mit dem verheerenden Großfeuer im Jahr 2016 und dessen Auswirkungen zusammen, bei dem auf einen Schlag 66 Prozent der Produktionskapazität verloren gingen. Auch damals war schon für längere Zeit Kurzarbeit angesagt. Nach dem Brand habe man für 50 Millionen Euro eine neue Produktionshalle, eine energiesparende Destillationsanlage für die Wiedergewinnung von Wasser und Lösungsmittel sowie einen neuen Verwaltungstrakt gebaut, erläuterte Dimitri Bagratuni. Die neuen Produktionsanlagen wurden Mitte 2018 in Betrieb genommen.

Fehlersuche wird noch dauern

Nach und nach stellte sich aber heraus, dass sich die anfänglichen Anlaufschwierigkeiten an einer von drei Produktionslinien für die Faserherstellung nicht vollkommen beheben lassen. „Die Anlage lief zwar“, sagte Schäkel. Es sei aber nicht möglich gewesen, sie unter Volllast effizient zu fahren. Die Fehlersuche sei in den komplexen Anlagen enorm schwierig. Man könne leider nicht den einen bestimmten Fehler benennen und ohne weiteres beheben. Denn es seien intakte Module, die den Brand überstanden haben, und auch neue Anlagenteile in einer Produktionslinie verschmolzen worden.

Weil die Fehlersuche noch einige Zeit dauern wird und auch ein Kunde abgesprungen ist, weil er nicht mehr verlässlich beliefert werden konnte, habe man entschieden, diese eine Produktionslinie herauszunehmen, berichtete die Personalleiterin weiter. Gemeinsam mit dem Team sei man nun intensiv auf Fehlersuche und hofft, dass die Kurzarbeit nur wenige Monate andauern wird. Angemeldet sei sie laut Bagratuni für ein Jahr. .

Wenn die Mitarbeiter der Kurzarbeit nicht zugestimmt hätten, hätte Allmed mit Entlassungen reagieren müssen, so Bagratuni. Dazu sei es glücklicherweise nicht gekommen.

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