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Händeringend wird auch im Salemer Ferienland am Kummerower See nach Personal gesucht. Auf einem großen Banner vor der Anlage ist zu lesen, in welchen Bereichen Mitarbeiter gebraucht werden. Thomas Koch
Personalnot

Hotel- und Gastrobranche funkt SOS

Das Gastgewerbe startet auch in der Mecklenburgischen Schweiz wieder richtig durch. Die Gäste- und Besucherzahlen sind gut. Doch die Branche steht vor einem Problem.
Malchin

Die Leute sind ausgehungert. Und das gleich im doppelten Sinne. Ausgehungert noch Essen à la carte und mal nicht vom heimischen Herd und ausgehungert nach geselliger Gemütlichkeit und Erlebnissen. In den vergangenen Tagen war es auch in der Mecklenburgischen Schweiz zu beobachten. Kaum zeigt sich die Sonne am Himmel, sind die Biergärten und Cafés brechend voll. Nach zwei Jahren der Krise wollen die Leute einfach nur wieder raus. Davon profitiert auch die Hotellerie in der Region. Höher als zu dieser Jahreszeit üblich war in den vergangenen Tagen beispielsweise die Buchungsquote im Basedower Farmer Hotel. 90 Prozent der Zimmer waren Anfang Mai vergeben.

Kaum ein Betrieb ohne Personalengpässe

Viel Arbeit also für die Hotel- und Gaststättenbranche. Die anfallende Arbeit zu bewältigen, das wird für die Branche aber immer schwerer. Es fehlt an allen Ecken und Enden das Personal. Von Stavenhagen bis Gnoien, von Teterow bis Dargun gibt es kaum einen Gastro- oder Beherbergungsbetrieb, der nicht mit Personalengpässen zu kämpfen hat.

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Vor dem Ferienland in Salem hängt seit Wochen gleich neben dem Begrüßungsschild ein großes Banner mit der Aufschrift: „Wir suchen Dich“. Gesucht wird an der Ferienanlage am Kummerower See in so ziemlich allen Bereichen: Ganz gleich ob im Service, im Restaurant oder bei der Kinder- und Gästebetreuung – überall fehlt es an Mitarbeitern.

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Bestens bekannt ist das Problem auch der Teterower Restaurantbetreiberin Madeleine Betzel. Sie führt in der Bergringstadt die Gaststätte „Hohes Holz“. „Vor wenigen Wochen waren wir intensiv auf Personalsuche und haben vor allem über die sozialen Medien, aber auch in persönlichen Gesprächen nach Verstärkung gesucht“, erzählt sie. Mit Erfolg. Das Team ist mittlerweile komplett, die Sommersaison kann kommen.

Nach Hotel-Erweiterung noch mehr Personalbedarf

Auf eine Erfolgsmeldung wartet man unterdessen noch im Malchiner „Peenecafé“ auf der Halbinsel Kosters Eck. In der Corona-Zeit sei die Personalfluktuation hier sehr stark gewesen, erzählt Inhaber Robert Drewes. Mit Kurzarbeitergeld hätten sich Mitarbeiter auf Dauer nicht zufriedengegeben. „Was absolut verständlich ist. Viele ehemalige Kollegen haben sich beruflich umorientiert und arbeiten jetzt im Einzelhandel oder auch in der Pflege“, weiß Drewes. In seinem Café fehlt es derzeit an Mitarbeitern im Service und in der Küche. Mit dem Arbeitsamt stehe man in engem Kontakt und auch über die sozialen Medien versuche man die Personallücke zu schließen. Wer Interesse an einem Job auf Malchins Halbinsel habe, der könne sich auch persönlich im „Peenecafé melden.

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Die größten „Personallöcher“ gestopft hat man in den vergangenen Wochen im Basedower Farmer Hotel. Eine volle Mannschaft hat man aber auch hier nicht an Deck. Im Restaurant könnte das Hotel ab sofort Verstärkung gebrauchen. Ohnehin habe es immer Sinn, sich hier initiativ zu bewerben, sagt Hotelchef André Mittelbach. „Wir sind gerade dabei, das Hotel zu erweitern und das heißt natürlich auch, dass wir in Zukunft einen noch größeren Personalbedarf haben werden“, so der Hotelleiter.

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