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Taucher aus Rostock rückten an, um „weitere Leichenteile” in der Nebel zu suchen, wie die Polizei offiziell informierte. Stefan Tretropp
Toter ohne Kopf

Identität nach Leichenfund im Nebel-Fluss geklärt

Nun steht fest, um wen es sich bei dem Toten handelt. Die Ermittler haben offenbar auch einen Verdacht, der sich aber womöglich nie belegen lässt.
Groß Grabow

Das Entsetzen war groß in dem kleinen, idyllischen Ortsteil von Krakow am See, als in der vergangenen Woche die schreckliche Nachricht die Runde machte. In dem Fluss Nebel, der sich in einiger Entfernung von Groß Grabow durch die Landschaft schlängelt, hatte ein Angler am 8. Mai an der Wasseroberfläche einen menschlichen Körper entdeckt.

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In dem Dorf, für das das Teterower Polizeirevier zuständig ist, war Tage später die Rede von einem schrecklichen Verbrechen, das sich hier draußen niemand so richtig vorstellen mochte. Doch an der gruseligen Mordgeschichte stimmte irgendetwas nicht. Wer soll der Tote sein? In der Umgebung wurde niemand vermisst, schon gar nicht in Groß Grabow. Und für einen Mordfall war es in dem Dorf ganz schön ruhig geblieben.

Polizei oder Spezialisten in weißen Overalls wie man sie aus Kriminalfilmen kennt, hatte kaum jemand zu Gesicht bekommen. Selbst vier Tage nach dem Fund der Leiche ganz in der Nähe des Dorfes hatten viele Groß Grabower davon noch nicht einmal etwas mitbekommen.

Das änderte sich schlagartig am Tag fünf. Taucher aus Rostock rückten an, um „weitere Leichenteile” in der Nebel zu suchen, wie die Polizei offiziell informierte. Und nun sickerte doch mehr durch, als die Ermittler eigentlich preis geben wollten. Der männlichen Wasserleiche fehlte der Kopf, den die Taucher dann auch ganz in der Nähe der Fundstelle des Torsos entdeckten. Also doch ein schreckliches Verbrechen? Hier im beschaulichen Groß Grabow?

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Die Rechtsmedizin habe keine Hinweise auf eine Straftat gefunden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft nun am Donnerstag mit. Die Untersuchung der gefundenen Körperteile habe aber auch keine Klarheit über die Todesursache gebracht. Mittlerweile sei die Identität des Mannes zweifelsfrei festgestellt worden. „Es handelt sich um einen 52-jährigen Mann aus Schleswig-Holstein. Der Mann war nicht als vermisst gemeldet”, erklärte eine Polizeisprecherin am Donnerstag.

Die Ermittler wussten offenbar von Anfang an mit ziemlicher Sicherheit, um wen es sich bei dem Toten handelt. An der Nebel waren nämlich nach Informationen unserer Zeitung Papiere des Mannes entdeckt worden.

Ein Verbrechen schließen die Ermittler mittlerweile nahezu aus. Die Polizei war offenbar auf Anhaltspunkte für einen Selbstmord gestoßen. Doch wie erklärt sich dann der abgetrennte Kopf? Auch dafür gibt es mittlerweile eine Theorie, die die Ermittler mit einem Wort umreißen: Tierfraß.

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Allerdings: Da die bekleidete Leiche bereits längere Zeit im Wasser gelegen hat und laut Staatsanwaltschaft in einem schlechten Zustand gewesen ist, gibt es wohl keine hundertprozentige Sicherheit. Und wird es möglicherweise auch nie geben. Der Sachverhalt „Torso in der Nebel” sei nun aber dennoch zum Abschluss gebracht worden, so die Polizei am Donnerstag.

Trotz aller schrecklichen Details dürfte in Groß Grabow doch jetzt so etwas wie Erleichterung aufkommen. Angst, dass der kleine Ort im Nebeltal zum Schauplatz eines fürchterlichen Verbrechens geworden sein könnte, muss nun offenbar niemand mehr haben.

 

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