Seit März ist der Kirchturm der Stadtkirche Stavenhagen eingerüstet, jetzt wird das Dach saniert und die Schäde
Seit März ist der Kirchturm der Stadtkirche Stavenhagen eingerüstet, jetzt wird das Dach saniert und die Schäden am Dachstuhl sind größer als angenommen. Die Glocken dürfen deshalb nun nicht mehr läuten. Kirsten Gehrke
Bei einer Bauberatung am Dienstag haben sich die Beteiligten einen Überblick über die Schäden an den Dachstuhlb
Bei einer Bauberatung am Dienstag haben sich die Beteiligten einen Überblick über die Schäden an den Dachstuhlbalken verschafft. Kirsten Gehrke
Dass diese morschen Balken noch ein Dach getragen haben, gleicht fast einem Wunder. Viel länger hätte man mit der Sa
Dass diese morschen Balken noch ein Dach getragen haben, gleicht fast einem Wunder. Viel länger hätte man mit der Sanierung nicht warten dürfen. Kirsten Gehrke
Überall in den Ecken des Dachstuhles sind die Balken verfault und weggebrochen. Die müssen nun ersetzt werden.
Überall in den Ecken des Dachstuhles sind die Balken verfault und weggebrochen. Die müssen nun ersetzt werden. Kirsten Gehrke
Im Mauerwerk der Fassade des Turmes ist die Jahreszahl 1790 an einem Stein entdeckt worden.
Im Mauerwerk der Fassade des Turmes ist die Jahreszahl 1790 an einem Stein entdeckt worden. Kirsten Gehrke
Vorn die alten Holzreste, im Hintergrund die neuen Eichenbalken, die im Dachstuhl eingebaut werden sollen.
Vorn die alten Holzreste, im Hintergrund die neuen Eichenbalken, die im Dachstuhl eingebaut werden sollen. Kirsten Gehrke
Kirchturmsanierung

In Stavenhagen müssen die Kirchenglocken schweigen

Am Turm der Stadtkirche in Stavenhagen haben die Sanierungsarbeiten begonnen. Wie groß die Schäden am Dachstuhl sind, trat erst jetzt zutage.
Stavenhagen

Nach dem Freilegen des Kirchturmdaches kam das ganze Ausmaß zum Vorschein. Verfaulte Balken, eingerissenes Mauerwerk, abgebrochene Holzreste. Dass diese morschen Teile noch ein Dach getragen haben, gleicht fast einem Wunder. Die Schäden an der Stavenhagener Stadtkirche sind größer als angenommen. Für Ingenieur Peter Blümel war das jedoch kein böses Erwachen. Der Planer saniert seit 30 Jahren Kirchen und weiß, dass dann immer wieder Überraschungen warten. „Mein Statikprofessor hat immer gesagt, Gott sei Dank sind die Bauwerke schlau“, meinte er. Als er am Dienstag bei der Bauberatung das durchgefressene Holz sah, fragte er, warum das noch gehalten habe und nicht längst eingestürzt war.

Verdeckte Schäden erst jetzt offengelegt

„Es war höchste Zeit, dass die Sanierung angefangen hat“, sagte Barbara Schröder, Mitarbeiterin der Bauverwaltung der Propstei Neustrelitz. Jetzt wo das Dach abgenommen sei, habe man erst das Elend sehen können. Verdeckt seien alle Schäden nicht erkennbar gewesen. Teile auf der tragenden Konstruktion sind von Fraß durchsetzt. Das hat zur Folge, dass im Turm nicht mehr die Glocken geläutet werden dürfen. Sie müssen schweigen, bis die Turmsanierung abgeschlossen ist. Das haben die Baufachleute am Dienstag entschieden. Die Schwingungen könnten sonst noch mehr Schaden anrichten. Auf Anraten der Schreiner war bereits am Sonntag schon nicht mehr zum Gottesdienst geläutet worden, sagte Pastor Kristian Herrmann, der schon befürchtet hat, dass die Glocken für einige Zeit stumm bleiben müssen. Nur noch die Sterbeglocke und der Stundenschlag dürfen klingen. Herrmann hofft, dass die Zeit der Stille nicht länger als bis zum Wintereinbruch dauert.

Erhalten vor erneuern

Mitte April waren die Sanierungsarbeiten gestartet. Wie Blümel erklärte, habe zunächst eine Spezialfirma den Kunstschiefer entfernt, der Asbest enthalten hatte, danach sei das Kupferblech über den Uhren abgenommen worden. Kurz vor Ostern haben Zimmerer, Maurer und Dachdecker das Dach freigelegt. „Der Grundsatz ist: erhalten vor erneuern“, sagte er. Was kaputt sei, werde ausgetauscht. Reihum werden zunächst die Balkenteile an den Ecken ausgetauscht. Eichenholz dafür zu bekommen, sei kein Problem. Glück ist, dass die Zimmerei Hartig aus Christinenhof ein eigenes Sägewerk auf dem Hof hat und die Stämme vor Ort schneiden kann. Auch sonst seien erfahrene Firmen auf der Baustelle, mit denen der Planer seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, wie die Baufirma Keßler aus Malchin. Schiefer sei auch bestellt. Wenn die Ecken fertig sind, werde ein zweites Gerüst bis zur Kirchturmspitze aufgebaut, um dort an das Dach zu kommen.

Zudem sollen Teile der Fassade erneuert werden. Allein die Vorderseite des Turmes habe 2548 verschiedene Formziegel, so Blümel. Etwa 350 kaputte Steine sollen im Mauerwerk ausgetauscht werden. Trotz Preissteigerung erwartet Blümel keine Mehrkosten. „Es wird nichts aus dem Ruder laufen“, beruhigte er die Kirchengemeinde. Die geht von rund 600 000 Euro Kosten aus. Bis Ende des Jahres sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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