KEIN FRIDAYS FOR FUTURE

In Teterow hat niemand Zeit für den globalen Klimastreik

Schüler protestieren heute bundesweit gegen die Klimapolitik. In Teterow wird es allerdings keine Demo geben.
Im März demonstrierten Teterower Gymnasiasten in einer Friday for Future Aktion auf dem Marktplatz. Heute verzichten sie
Im März demonstrierten Teterower Gymnasiasten in einer Friday for Future Aktion auf dem Marktplatz. Heute verzichten sie auf eine eigene Demo. Eberhard Rogmann
Monika Gaber
Monika Gaber Nils Müller
Ralf Berlin
Ralf Berlin Nils Müller
Teterow.

Mit gesenktem Kopf blicken die Organisatoren der Fridays-for-Future-Bewegung in Teterow der Realität ins Auge. Ihre Anstrengungen werden keine Früchte tragen. Bei den weltweiten Protestdemonstrationen ihrer Altersgefährten werden sie mit einer eigenen Aktion nicht dabei sein.

Anders sah es noch im März aus. Da waren sie zusammen mit circa 200 Schülern in einem bunten Protestzug durch die Straßen Teterows gezogen. Auf handgemalten Plakaten hatten sie ihre Forderungen an die Politik artikuliert: Begrenzung der Erderwärmung, Stopp der Emission von Treibhausgasen, Kohleausstieg bis 2030.

Erik Klausch, einer der Hauptorganisatoren der damaligen Demo, bedauert, dass die Mobilisierung diesmal nicht den erhofften Erfolg hat. Zu den Gründen gibt er Auskunft: „Viele unserer Organisatoren aus dem vorherigen Schuljahr sind jetzt in der elften und zwölften Klasse. In der Prüfungsphase können sie sich keine unentschuldigten Fehltage mehr leisten. Dem Druck der Schulleitung können wir dieses Mal also nicht standhalten“. Er will nicht ausschließen, dass der eine oder andere Schüler sich der Protestaktion in Rostock anschließt.

Teterower Bürger sehen Klimagipfel skeptisch

Die Teterower sehen dem heute anstehenden Klimagipfel der Bundesregierung mit erheblicher Skepsis entgegen. Auf große Ergebnisse hofft kaum einer. „Von den Politikern gibt es nur Gerede. Die sind sich ja nicht einmal untereinander einig. Dabei ist es schon zwei nach zwölf“, äußert Walter Schmidt zu dem Thema. Obgleich viele die Politiker in der Verantwortung sehen. Diese seinen aber keine guten Vorbilder mit ihrem Lebensstil. „Wenn ich mal fliege, dann mit dem Segelflugzeug“, verrät David Grönebaum, wohl wissend, dass man so kaum über den Atlantik kommt. Er plädiert für Augenmaß. Auf dem flachen Land seien die Leute derzeit auf ihr Auto angewiesen.

Klimaschutz sei allerdings nicht nur ein Politikum, sondern auch eine Sache der persönlichen Einstellung. „Es muss sich etwas in den Köpfen der Menschen ändern. Es sollen keine Verbote erlassen werden, sondern jeder muss selbst etwas mitbringen“, ist Ralf Berlin überzeugt. Er plädiert fürs Radfahren. „Das hält fit und ist gut für das Klima.“ Dass Deutschland in dieser Hinsicht ein Vorbild für die Welt abgebe, stellt er in Abrede.

Zu den Demonstrationen von Fridays for Future sind die Meinungen von Teterowern gespalten. Die einen loben das Engagement der Schüler. „Ich finde es traurig, dass die Kinder für ihre Zukunft schon auf die Straße gehen müssen, weil die Politik sie nicht beachtet“, sagt Monika Gaber. Andere sehen die Demos nur als Ausrede für Faulenzer. „Wer da mit auf die Demo geht, ist in meinen Augen ein Schulschwänzer. Warum machen die Kinder das nicht in der Freizeit?“, äußert sich Gertrud Grams.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Teterow

Kommende Events in Teterow (Anzeige)

zur Homepage

Kommentare (2)

Teterow bleibt stabilo wie die Stifte.

liebe FFF, genau das solltet ihr alle mal tun. Gleichzeitig die Öffentlichkeit anprangern und danach Kreuzfahrten unternehmen und dann aber rumjammern darüber, dass wir die Umwelt zerstören hat schon etwas sehr sarkastisches, oder? Wisschenschaftliche Fakten zum Gesamtanteil der CO2 Belastung durch Deutschland (0,0047%) lehnt ihr ab und verweißt gleichzeitig darauf, dass die Bevölkerung auf die Wissenschaft hören soll. Welche Wissenschaft meint ihr? Die, die nur ihr vertretet und andere nicht aktzeptiert?! Die Einwohner von Teterow haben sehr gut erkannt und und brauchen der Realität nicht ins Auge gucken denn sie wissen wie es um ihre Umwelt bestellt ist. Nur ebend mit euren verschobenen Ansichten wollen sie ebend nichts zu tun haben. Und das ist gut so