NACH BRANDSTIFTUNG IN PFERDESTÄLLEN

Innenminister Caffier stellt in Gnoien gewagte Thesen auf

Der Innenminister ließ mit einem kleinen Nebensatz bei seinem Besuch in Gnoien aufhorchen. Doch was ist dran an seiner Einschätzung?
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Gewagte Thesen stellte Minister Lorenz Caffier auf.  
Gewagte Thesen stellte Minister Lorenz Caffier auf. Torsten Bengelsdorf
Das Motiv der Brandstiftungen in zwei Gnoiener Ställen im Februar ist noch unklar.
Das Motiv der Brandstiftungen in zwei Gnoiener Ställen im Februar ist noch unklar. Torsten Bengelsdorf
Gnoien.

Wusste der Gast aus Schwerin da etwa mehr als bisher bekannt ist? Innenminister Lorenz Caffier (CDU) überraschte auf dem Jahresempfang der Stadt Gnoien mit seiner Einschätzung, dass es bei den Stallbränden an der Warbel ein Feuerteufel auf Pferde abgesehen habe. Bisher ist jedoch gar nicht bewiesen, dass die Brandattacke tatsächlich den Tieren galt. Fünf Pferde waren bei den beiden Brandstiftungen ums Leben gekommen. Allerdings war zumindest eines der Feuer in einer Box ausgebrochen, in der gar kein Pferd stand.

Auch eine andere Einschätzung des Ministers klang an diesem Abend etwas gewagt. Vorfälle wie die Stallbrände würden zeigen, wie wichtig es ist, dass eine Polizei-Dienststelle vor Ort ist, sagte Caffier. Der Polizeiposten im Gnoiener Rathaus war zum Zeitpunkt der Brände aber gar nicht besetzt, weil hier zum Wochenende keine Sprechzeiten sind. Auch in den Tagen danach war die Station geschlossen – der Beamte hatte Urlaub. Und selbst wenn er im Dienst gewesen wäre, hätte das wohl den oder die Brandstifter nicht sonderlich beeindruckt, zumal der Stationsbeamte bei den Brandermittlungen kaum involviert ist.

Mit einer anderen Aussage lag der Minister dann aber wieder völlig richtig. Zum Beginn des Jahrzehntes habe Gnoien immer wieder durch politisch motivierte Straftaten von sich reden gemacht, erklärte der Minister. Mittlerweile sei die Stadt bei der Kriminalität kein Brennpunkt mehr – zumindest wenn nicht gerade Ställe brennen. Caffier betonte, wie wichtig ihm der Erhalt der Polizei-Dienststelle in der Stadt ist: „In der Fläche haben die Einwohner einen Anspruch auf Infrastruktur, auch auf Polizei.“

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Kommentare (1)

Was man vom Wendehals Caffier halten darf, chrakterisiert sich allein aus seinen Aktivitäten durch Durchsetzung von Reformen und aus den Aktivitäten zur Zurücknahme der Reformen:

ZITAT aus http://www.deutschlandfunk.de/volksentscheid-in-mecklenburg-vorpommern-reformmuede.724.de.html?dram:article_id=330007:

vom 02.09.2015:
Lorenz Caffier gehört zu den Reformern, die auf außergewöhnliche Art dazu gelernt haben. 2006 klagte er als Chef der oppositionellen CDU-Landtagsfraktion gegen die von SPD und der Linken geplante Kreisgebietsreform. Als die Landesverfassungsrichter ihm recht gaben, war Caffier jedoch mittlerweile selbst in der Regierung - als Innenminister.
Auch mit der Polizeireform hat sich Innenminister Caffier nicht nur Freunde gemacht: Heute gibt es nur noch 5.800 Stellen im Landespolizeidienst, 1990 waren es noch fast 10.000.

Besonders lesenswert sind die websites https://www.polizei.mvnet.de/static/POL/Dateien/PDF/Polizeijournal_02_2010.pdf

sowie

https://www.gdp.de/gdp/gdpmp.nsf/id/DE_GdP_M-V_Deutsche_Polizei_-_2010/$file/GdP_M-V_Deutsche_Polizei_-_2010_Landesjournal_der_GdP_Mecklenburg-Vorpommern_-_Ausgabe_06-2010.pdf