Immobilien
Interessenten für die Ziddorfer Mühle müssen sich noch gedulden

Eine Aufnahme aus dem Innern der Wassermühle Ziddorf, die schon seit längerer Zeit zum Verkauf steht.
Eine Aufnahme aus dem Innern der Wassermühle Ziddorf, die schon seit längerer Zeit zum Verkauf steht.
privat

Wieder hat die Gemeinde Dahmen einen Verkaufsentscheid vertagt. Interessenten beklagen indes den bedauerlichen Bauzustand des Denkmals.

Erneut müssen sich Interessenten für die historischen Wassermühle Ziddorf gedulden. Eine Verkaufsentscheidung der Gemeinde hat sich nämlich wiederum um einen Monat verschoben. Wie Bürgermeister Phillip Maerz auf Nachfrage des Nordkurier bestätigte, haben die Abgeordneten den Tagesordnungspunkt auf Mitte März vertagt. Zu den Gründen möchte er sich nicht weiter äußern, ebenso wenig wie die Vizebürgermeisterin Ines Kulessa. „Solange nichts spruchreif ist, möchten wir nichts dazu mitteilen“, sagte diese gegenüber unserer Zeitung.

„Es tut wirklich weh, dass sich die ganze Geschichte so hinzieht“, meinten dazu Interessenten, die nach eigener Aussage bereits viel Herzblut in das Objekt gegeben haben, um es im kulturhistorischen Sinne wieder für die Öffentlichkeit zu beleben – und nun sogar überlegen, ob sie sich weiter hineinknien. Denn der Zustand der Mühle sei einem von ihnen beauftragten Gutachten zufolge nicht gut. Dabei biete die Mühle so viel Potenzial, bedauern die Investoren die Planungsunsicherheit. Denn bei einer zügigen Entscheidung hätte bereits Denkmalförderung in Anspruch genommen werden können. In der Saison 2019 werde die Wassermühle der Öffentlichkeit nun wohl immer noch nicht zugänglich gemacht werden können – aufgrund der erforderlichen umfangreichen Umbauarbeiten.

Gutsanlagen-AG ermuntert die Interessenten

Die Interessenten, die bis zur Gemeinde-Entscheidung anonym bleiben möchten, haben daher überlegt, die AG zum Erhalt von Gutsanlagen in Tellow zu involvieren. Deren Vorsitzender Rolf-Peter Bartz hat ihnen bereits Mut gemacht, sich weiter zu engagieren und angekündigt, den Zustand der Mühle im Auge zu behalten.

Ein weiterer Interessent hingegen macht seine Absichten öffentlich: Es ist die Initiative „Siebeneichen“ aus Borrentin, die dort – wie landesweit in historischen Gebäuden – ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt einrichten möchte. Initiator Karl-Heinz Schäfer hat bei der Akquise etlicher Gutshäuser und auch Mühlen zu diesem Zweck bereits die Erfahrung gemacht, dass es Denkmäler von weitaus schlechterem Zustand als dem der Wassermühle Ziddorf gäbe. „Insgesamt 450 Gutshäuser haben wir besichtigt, um flächendeckend Mehrgenerationenwohnprojekte zu etablieren“, ließ Karl-Heinz Schäfer wissen. Jedoch in Anbetracht dessen, dass es nur noch etwa die Hälfte von rund 80 Wassermühlen im Land gebe, sollte natürlich Augenmerk auf die Ziddorfer Mühle gelegt werden, da auch an ihr der Zahn der Zeit nagt.

Was die Zusammenarbeit mit Gemeinden betrifft, habe das Mehrgenerationenprojekt nahezu landesweit die Erfahrung von blockierendem Verhalten gemacht. Gerade was die Ziddorfer Mühle angeht, ließe sich touristisch und somit wirtschaftlich viel mehr machen – in Hinblick auf ein Wasserwandernetz zwischen Trebel, Peene, Malchiner und Kummerower See etwa.