BOOTSEIGENTÜMER VERÄRGERT

Ist der Steg im Malchiner See ein Schildbürgerstreich?

Über viele Jahre flickten Anlieger den maroden Bootssteg am Malchiner See. Nun hat die Gemeinde einen neuen gebaut. Doch der ist nach einem halben Jahr immer noch nicht freigegeben.
Der neue Bootssteg in Dahmen am Malchiner See ist aus Sicht der Bootsbesitzer aus der angrenzenden Bungalowsiedlung ein Schild
Der neue Bootssteg in Dahmen am Malchiner See ist aus Sicht der Bootsbesitzer aus der angrenzenden Bungalowsiedlung ein Schildbürgerstreich. Eckhard Kruse
Dahmen.

Der neue Bootssteg in Dahmen hat seinen Namen schon weg. Anlieger aus der Bungalowsiedlung und auch Anwohner nennen ihn „Schildbürgersteg“. Er ist vor einem halben Jahr links neben der Badestelle am Malchiner See gebaut worden. Die Gemeinde bezahlte 180  000 Euro. Es flossen 130  000 Euro Fördermittel. Doch für einige Bootsbesitzer hat der Steg für insgesamt 30  Plätze einen grundlegenden Mangel.

„Der Steg sieht sehr schön aus und ist auch perfekt gebaut worden“, beschreibt ein Bootseigentümer. Der größte Teil der Boote werde dort aber gar nicht anlegen können. Denn die Querausleger seien mit vier Metern Länge viel zu kurz und die Abstände zwischen den Auslegern mit ebenfalls vier Metern zu klein. Die meisten Boote, die an dem Vorgängersteg ankerten, seien aber zwischen 4,50 und 6,20 Meter lang. Sie könnten am Bootsende gar nicht festgemacht werden. Mit Breiten zwischen 1,95 und 2,35 Meter würden auch gar nicht wie vorgesehen zwei Boote nebeneinander passen. Denn es müsse immer einen Abstand zwischen den Booten und zum Steg geben. Am Ende müssten die langen Boote quer in den Auslegern festmachen, so meint man.

Keine Bootsgrößen abgefragt

Am Ende kritisiert man in der Bungalowsiedlung, dass vor Planungsbeginn keine Bootsgrößen bei den Bootsinhabern abgefragt worden. Deswegen spricht man ganz klar von einem Planungsfehler. Doch das weist Jens Behn, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Mecklenburgische Schweiz, zurück. „Es gibt keinen Planungsfehler“, sagte er. Weitere Erläuterungen wird er erst in der Gemeindevertretersitzung am heutigen Dienstagabend um 19 Uhr im Dahmener Gemeindehaus geben. Dort soll es unter anderem um den Bootssteg gehen.

Das bestätigte Bürgermeister Philipp Maerz. Man wolle die einzelnen Plätze vergeben. Man müsse schauen, ob der Abstand zwischen den Auslegern ausreiche, wenn immer ein breites und ein schmales Boot nebeneinander gelegt werden. Seines Wissens sei aber vom Amt abgefragt worden, wie lang die Boote sind und welchen Tiefgang sie haben. Doch das sei erst vor wenigen Tagen passiert, widersprechen die Bootsbesitzer. Sie sind mächtig sauer. Denn über 12 Jahre haben sie den maroden Steg in Eigenregie geflickt, damit dort überhaupt noch jemand anlegen kann. Doch nun würden ihre Boote gar nicht berücksichtigt. Da werden sie wohl am Schilf an der rechten Seite der Badestelle ankern müssen oder einen Doppelplatz für dann zwei Mal 250 Euro bezahlen müssen.

Länge war Auflage des Landes

Der Bürgermeister beschreibt indes das Dilemma am Schwimmsteg. Der durfte nicht weiter in den See hinaus gebaut werden, um mehr Platz zu gewinnen. Das sei eine Auflage des Landes gewesen. Wenn man die Abstände der Ausleger größer gebaut hätte, hätten viel weniger Boote am Steg anlegen können. Eigentümer von kleineren Booten hätten dann vielleicht keinen Platz abbekommen, meinte er. Nun gebe es für die 30 Plätze 32 Anfragen. Gaststätten und Campingplatz seien vielleicht interessiert. Und auch die Gemeinde überlege, selbst Plätze für Tagestouristen freizuhalten. Im Amt habe er erfahren, dass auch nur wenige Boote zu groß für den Steg seien. Wenn es aber mehr große Boote gebe, dann habe man ein Problem und müsse darüber nachdenken, ob man die Ausleger verlängern kann.

Der Steg sei technisch abgenommen worden. Wegen der Corona-Abstandsregelungen habe man die Einweihung im April aber verschoben. Es fehle auch noch ein Schaukasten mit Verhaltensregeln und Sicherheitshinweisen. Denn vom Steg aus sollte niemand ins Wasser springen. Der See sei nämlich sehr flach.

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Kommentare (1)

Ahoi!
Die können ja den Steg weiter draußen ankern und entweder eine Fähre mit Selbstbedienung zum Steg einrichten oder den Steg nochmal günstiger verlängern.
Ja die Seitenstege müssen sie eben auch verlängern.
Schilder/ Kasten / Markierungen kann man auch günstig selbst anfertigen.
Das war aber schon viel Geld für den Bau puhh.
Gutes Gelingen und bitte noch 2,3,4 Fische im See lassen, danke!