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Ist er bald von Windrädern umzingelt?

Jörg Arndt mag sich gar nicht vorstellen, dass um sein Haus herum die Windspargel in den Himmel ragen.
Jörg Arndt mag sich gar nicht vorstellen, dass um sein Haus herum die Windspargel in den Himmel ragen.
T. Bengelsdorf

Jörg Arndt könnte es besonders treffen, wenn östlich von Malchin Windräder aufgestellt werden. Die Protestgruppe „Gegenwind“ erhöht den Druck auf die Kirche, keine Windräder auf Kirchenland zuzulassen. Sogar an eine spektakuläre Aktion ist jetzt gedacht.

Jörg Arndt wohnt seit 35 Jahren abgeschieden zwischen Malchin und Stavenhagen. Bedroht wird das Idyll jetzt von einem ganz anderen Plan. Sollten wirklich einmal zwischen Scharpzow und Leuschentin Windkrafträder aufgestellt werden, dann ist Jörg Arndt mittendrin. „Ich weiß nicht, was ich dann machen soll. Immerhin dürften die Windräder dann bis zu 800 Meter an mein Grundstück heran gebaut werden“, sagt er – viel dichter als an eine Ortschaft. „Bin ich weniger wert als die Einwohner in einem Dorf?“, fragt er.

Längst hat sich Arndt der Scharpzower Bürger-Initiative „Gegenwind“ angeschlossen. Die Gegner der Windkraftanlagen an der Scharpzower Scheide geben keine Ruhe, auch wenn hier auf den Feldern überhaupt kein Windrad aufgestellt werden darf. Noch gibt es hier gar kein sogenanntes Eignungsgebiet.

Das könnte sich aber ändern, da die Malchiner Kirchgemeinde St. Johannis schon vor längerer Zeit beschlossen hatte, sich auf ihren Grundstücken vor den Toren der Stadt der Windkraft-Nutzung nicht zu verweigern. „Die Kirche ist aber nicht bereit, sich darüber mit uns zu unterhalten“, sagt Lars Thielking von der Bürger-Initiative. Er hatte den Rostocker Propst Wulf Schünemann um Vermittlung gebeten.

Allerdings mit wenig Erfolg. Es bestehe zurzeit keine Bereitschaft zu weiteren Gesprächen, teilte Schünemann nach einem Gespräch mit den Malchiner Kirchenältesten mit. Der Kirchgemeinderat verweist lediglich auf eine Erklärung vom Juli. Niemand aus der Kirchgemeinde habe einen Antrag gestellt, das Gebiet an der Scharpzower Scheide zum Windeignungsgebiet zu erklären, hieß es darin. 

Das reicht der Bürger-Initiative allerdings nicht. „Wir schließen jetzt auch eine Demonstration vor der Malchiner Kirche nicht mehr aus“, meint etwa Jan Kruschel, Sprecher der Protest-Bewegung. Die Aktion könnte auch mit einer Informationsveranstaltung gekoppelt werden, stellt er sich vor.