ALLEE-PROBLEM

Ivenack muss sich wohl von Eichen trennen

In den 1970er Jahren pflanzten die Ivenacker ganz besondere Eichen in ihre Eichenallee. Doch nun sind die Bäume groß und werden immer mehr zum Problemfall für Anwohner und Hausbesitzer.
Eckhard Kruse Eckhard Kruse
Die Pyramideneichen sind zwar schmal im Wuchs. Dennoch stehen sie nach Ansicht des Bürgermeisters zu dicht an den Häusern.
Die Pyramideneichen sind zwar schmal im Wuchs. Dennoch stehen sie nach Ansicht des Bürgermeisters zu dicht an den Häusern. Eckhard Kruse
Die Pyramideneichen in der Ivenacker Eichenallee geben der Dorfstraße einen besonderen Charakter. Doch bald werden einige Bä
Die Pyramideneichen in der Ivenacker Eichenallee geben der Dorfstraße einen besonderen Charakter. Doch bald werden einige Bäume verschwinden. Eckhard Kruse
Die Wurzeln dieser Eiche ragten vor ein paar Jahren schon in den Keller eines Hauses. Die Eiche musste weichen.
Die Wurzeln dieser Eiche ragten vor ein paar Jahren schon in den Keller eines Hauses. Die Eiche musste weichen. Eckhard Kruse
Hier gibt es keinen ebenen Bürgersteig mehr. Die Wurzeln haben die Platten hochgehoben.
Hier gibt es keinen ebenen Bürgersteig mehr. Die Wurzeln haben die Platten hochgehoben. Eckhard Kruse
Stefan Guzu
Stefan Guzu Eckhard Kruse
Ivenack.

Auf ihre Tausendjährigen Eichen sind die Ivenacker mächtig stolz. Doch mit den Bäumen in der Eichenallee haben die Anwohner so ihre Probleme. Für die Ivenacker ist das Spazierengehen in der Allee nämlich kein Vergnügen mehr. Passanten stolpern an der nördlichen Straßenseite über Gehwegplatten, die durch die Wurzeln der Eichen angehoben wurden. Die Behinderten aus dem Pflegeheim weichen bei ihren Dorfrundgängen mit ihren Rollstühlen gleich auf die Fahrbahn aus, weil sie anders nicht weiterkommen. Und weil sich auch schon ein Anwohner beschwert hat, dass die Alleebäume unterirdische Schäden an seinem Haus verursachen, will die Gemeinde nun die Reißleine ziehen.

„Wir haben einen Antrag auf Fällung gestellt und auch eine Genehmigung bekommen“, sagte Bürgermeister Stefan Guzu. Gefällt werden sollen die Bäume zwischen Pfarrhaus und Traditionshalle. Für ihn ist auch klar, dass neue Bäume gepflanzt werden sollen. „Was wäre eine Eichenallee ohne Eichen“, betonte er. Die jungen Bäume könnten dann etwas weiter in Richtung Straße in den Parktaschen stehen und würden dann mehr Platz für Spaziergänger und mehr Abstand zu den Häusern bieten.

Doch bevor die Eichen abgesägt werden, wird sich die Gemeinde fachlichen Rat holen. Denn für Neuanpflanzungen brauche sie ein denkmalpflegerisches Konzept. Das Amt Stavenhagen sei beauftragt, Kostenvoranschläge einzuholen. Wenn das Konzept fertig ist und die Standorte für die jungen Eichen feststünden, könnten die Arbeiten beginnen. Ob das noch in diesem Jahr sein wird, kann Guzu derzeit nicht sagen.

Ratschläge des Revierförsters ignoriert

Dieter Libnow, Sohn des einstigen Revierförsters Waldemar Libnow, weiß noch, um welche Eichenart sich handelt: „Es sind Pyramideneichen“, sagte er. Das ist eine Eichenart, die eher pappelartig nach oben wächst und deren Kronen deswegen nicht an die Häuser stoßen. Sie werden auch Säuleneichen genannt. Nach Dieter Libnows Erinnerung müssen die Eichen in den 70er-Jahren gepflanzt worden sein. Sein Vater, der später zum Ivenacker Ehrenbürger ernannt wurde, habe es aber anders vorgeschlagen. Sie sollten teilweise anders und vor allem weiter weg von den Häusern gesetzt werden. Das habe man damals nicht berücksichtigt, bedauerte Dieter Libnow.

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