Die Idee, den Ivenacker Gutsspeicher in einen Anziehungspunkt für Touristen zu verwandeln, ist wieder neu belebt worden.
Die Idee, den Ivenacker Gutsspeicher in einen Anziehungspunkt für Touristen zu verwandeln, ist wieder neu belebt worden. Eckhard Kruse
Wenn die Konditionen stimmen, könnte sich die Awo vorstellen, Eichen-Whisky und mehr im Speicher zu brennen.
Wenn die Konditionen stimmen, könnte sich die Awo vorstellen, Eichen-Whisky und mehr im Speicher zu brennen. David Cheskin
Investition

Ivenack will Riesen-Scheune zu Attraktion für Urlauber machen

Die Idee, den Gutsspeicher in Ivenack für den Tourismus auszubauen, ist wieder aktuell. Die Gemeinde lässt einen Masterplan erstellen. Mit einem Partner hat sie viele Ideen.
Ivenack

Die Idee eines zweiten Bollewick ist in Ivenack (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) nicht neu. Schon Bürgermeister Roland Lüker knüpfte viele Kontakte mit Akteuren, um das Projekt in dem ehemaligen Gutsspeicher ähnlich wie in Bollewick voranzubringen. Am Ende scheiterte es immer wieder am nötigen „Kleingeld“. Denn für dieses Großprojekt wäre die gesamte Leader-Förderung für mindestens zwei Jahre aufgebraucht gewesen. Da gab es keine Chance.

Lesen Sie auch: Scheune Bollewick nach Corona-Pause mit neuem Konzept

Viele Anziehungspunkte für Touristen

Bürgermeister Roy Lüth hat sich diese Ideen nun wieder auf den Tisch gezogen. Die Gemeindevertreter vergaben Ende Januar den Auftrag für einen Masterplan, um das Projekt auf sichere Füße zu stellen. Der ging nach Aussage des Bürgermeisters an das Planungsbüro Kühn-von Kähne, das die Gemeinde schon bei der Sanierung des Marstalls begleitete und das sich auch mit der Schlossanlage insgesamt auskennt. Wenn der Plan erstellt ist, dann will die Gemeinde damit Fördermittel einwerben. Denn Ivenack hat aus Sicht der Kommune viel touristisches Potenzial mit den Eichen, dem Baumkronenpfad, einer irgendwann sanierten Schlossanlage und dazu einem Speicher, der einmal ein zweiter Landmarkt wie in Bollewick werden könnte.

Mehr lesen: Forstleute ziehen in Marstall Ivenack ein

Ferienwohnungen und Galerie im Visier

Für Roy Lüth ist klar, wo die Reise hingehen soll. „In den Speicher sollen Ferienwohnungen einziehen“, sagte er. Weiter zählt der Bürgermeister Gastronomie, eine Schaudestillerie und einen Indoor-Spielplatz auf. In der Gemeinde sei man auch gerade dabei, einen Kunstverein zu gründen. Der könnte dort eine Galerie betreiben und Ausstellungen organisieren. Vielleicht würde noch ein Landwirt aus der Region einen Laden mit regionalen Produkten eröffnen. All diese Ideen, den Platzbedarf und geschätzte Kosten trägt die Gemeinde derzeit mit Lisa Ruschin vom Netzwerk „RUN“ in Malchin detailliert zusammen, um die touristische Entwicklung für das Objekt mit 4000 Quadratmetern voranzutreiben. Man habe auch schon den Hotel- und Gaststättenverband im Ort gehabt – in der Hoffnung, einen Interessenten für eine Speichergaststätte zu finden, so Lüth.

Finanzieller Umfang offen

Der Masterplan soll in diesem Jahr erstellt werden. Auf dessen Grundlage werde man dann Gelder einwerben. Wie teuer die Sanierung und der Umbau sein werden, das kann Roy Lüth derzeit noch nicht sagen. Klar ist nur, dass der Masterplan eine Summe von 30 000 Euro umfassen wird.

Awo will sich mit Schaudestillerie beteiligen

Die Arbeiterwohlfahrt würde sich gern mit Ferienwohnungen und einer Schaudestillerie beteiligen. Beides könnte laut Awo-Geschäftsführer Klaus Schmidt als Inklusionsbetrieb mit behindertenMenschen bewirtschaftet werden. „Ich hoffe, dass am Ende der Mietpreis stimmt“; sagte er. Die Idee mit der Destillerie habe er gemeinsam mit Roland Lüker gehabt. Man dachte über die Gründung einer Genossenschaft mit Awo und Gemeinde nach, um den Speicher zu betreiben. Nun wolle die Gemeinde es allein stemmen. Eichen-Whisky und Obstbrände sollten nach Schmidts Vorstellung gebrannt und auch über das Internet vermarktet werden. Touristen könnten den gesamten Brennvorgang begleiten, sodass man zusammen mit einer Verkostung ein kleines Event schafft.

 

zur Homepage