Das dürfte eine der letzten Ansichten der Eichenallee in Ivenack mit ihren Pyramideneichen sein. Die 24 Bäume sollen
Das dürfte eine der letzten Ansichten der Eichenallee in Ivenack mit ihren Pyramideneichen sein. Die 24 Bäume sollen gefällt werden. Eckhard Kruse
Manche Eichen trieben ihre Wurzeln in die Keller der Häuser, andere hoben die Gehwege und Einfahrten an.
Manche Eichen trieben ihre Wurzeln in die Keller der Häuser, andere hoben die Gehwege und Einfahrten an. Eckhard Kruse
Fällung beschlossen

Ivenacker Eichenallee bald ganz ohne Eichen

Die Pyramideneichen an der Ivenacker Dorfstraße sorgen seit vielen Jahren für Probleme. Nun will die Gemeinde einen Schlussstrich unter die Ärgernisse ziehen.
Ivenack

Das Dorf Ivenack wird sich wohl noch im Januar von etlichen seiner Eichen verabschieden müssen. Dabei handelt es sich glücklicherweise nicht um die Tausendjährigen Bäume im Tiergarten, die jedes Jahr große Besucherströme in das Dorf locken. Doch die Anwohner und auch die Ivenack-Besucher müssen sich schon jetzt mit dem Gedanken anfreunden, dass die Hauptstraße des Dorfes bald gänzlich ohne Eichen sein wird. Die hat bekanntermaßen den Namen Eichenallee. Nun sollen 24 Bäume vom Pfarrhaus in Richtung Traditionshalle abgesägt werden, informierten Bürgermeister Roy Lüth und das Stavenhagener Bauamt. Nachpflanzungen sind erst einmal nicht geplant.

Wurzeln wachsen in Keller und drücken Wege hoch

Dass dann fast gar keine Bäume mehr an der Dorfstraße stehen werden, das war für die Gemeinde lange Zeit undenkbar. „Was wäre die Eichenallee ohne Eichen?“, hatte der vorherige Bürgermeister Stefan Guzu noch betont. Man suchte nach geeigneten Bäumen, die dort statt der Eichen gepflanzt werden könnten. Doch sein Nachfolger Roy Lüth sieht keine andere Möglichkeit mehr, als die Bäume sofort abzunehmen. „Die Wurzeln wachsen in die Keller der Häuser. Sie brechen Grundstückseinfahrten auf. Gehwege werden angehoben“, erläuterte Lüth. Menschen mit Behinderung könnten kaum noch auf den Gehwegen laufen.

Lesen sie auch: Defekter Aufzug am Baumkronenpfad ärgert Besucher

Eine Rollstuhlfahrerin berichtete, wie ihr Sohn die Einfahrt versetzen musste, damit sie überhaupt vom Grundstück kommt. Die angehobenen Gehwegplatten machten es ihr und auch Behinderten aus dem Pflegeheim schwer, auf dem Fußweg zu fahren. So weiche man oft auf das glattere Pflaster der Straße aus. Doch auch da müsse man erst einmal hinkommen. Denn das Kopfsteinpflaster der Einfahrten sei für Rollatoren oder Rollstühle eine weitere Hürde. Für sie gebe es keine andere Lösung, als die Eichen wegzunehmen.

Noch ist unklar, ob neue Bäume gepflanzt werden

Die Pyramiden- oder Säuleneichen sollen in den 1970er-Jahren gepflanzt worden sein. Die Bäume dieser Eichenart wachsen eher pappelartig nach oben. Deswegen stießen die Kronen auch nicht an die Häuser. Der einstige Revierförster Waldemar Libnow hatte nach der Erinnerung seines Sohnes aber vorgeschlagen, dass die Eichen trotzdem weiter weg von den Häusern und auch teilweise an anderen Stellen gepflanzt werden, damit es zu keinen Schäden kommt. Das sei damals jedoch nicht berücksichtigt worden.

Lesen sie auch: Eine Million Besucher wären für Ivenacker Eichen zu viel

Die Genehmigung für die Eichenfällung liegt nach Auskunft aus dem Bauamt nun vor. Die Maßnahme koste 22 000 Euro. Sie sei schon in Auftrag gegeben, sodass die Bäume bald weggenommen werden. Im Anschluss sollen noch die Gehwege wieder ausgebessert werden, die von den Eichen so stark angehoben worden waren. Ob und wann andere Bäume gepflanzt werden, ist indessen noch nicht klar. Es gebe Tief-, Flach- und Herzwurzler, wusste der Bürgermeister schon. Dennoch habe man bisher noch keine passende Alternative gefunden. Die jungen Bäume könnten dann nach älteren Ideen etwas weiter in Richtung Straße in den Parktaschen stehen und würden dann mehr Platz für Spaziergänger und mehr Abstand zu den Häusern lassen. Offen ist aber, ob in der Historie überhaupt Bäume die Straße säumten, so das Bauamt.

zur Homepage

Kommentare (1)

völlig unverständlich. Bäume nehmen viel Schmutz und Gerüche auf. Sie spenden Schatten für de Häuser. Natürlich ist es ärgerlich wenn, Platten hochkommen, oder ein Schwerbehinderter nicht aufs Grundstück kommt. Das lässt sich doch alles regeln. Aber dafür die ganzen Bäume abholzen? Eh Bürgermeister, du stammst aus einem kleinen Dorf, besinn dich mal zurück, wie schön es war,im Sommer im Schatten unter Bäumen zu sitzen. Aber jetzt alles zerstören wollen......kann man nur mit dem Kopf schütteln, über solchen frivolen Unsinn