SCHWARZWILD-STRECKE

Jäger hinterlassen an der Dorfstraße grausigen Anblick

Die Wildschwein-Jagd bei Pinnow vom vergangenen Wochenende werden einige Anwohner wohl so schnell nicht vergessen. Dass das Schwarzwild zur Strecke gebracht wurde, ist nicht so sehr das Problem. Dafür aber das, was an der Dorfstraße zu sehen war.
Die aufgebrochenen Wildschweine lagen nach Darstellung von Anwohnern mehr als zwei Stunden auf einer Wiese am Rande der Dorfstraße, ohne dass sich jemand darum kümmerte.
Die aufgebrochenen Wildschweine lagen nach Darstellung von Anwohnern mehr als zwei Stunden auf einer Wiese am Rande der Dorfstraße, ohne dass sich jemand darum kümmerte. privat
Pinnow.

Den Anblick werden einige Pinnower so schnell nicht vergessen. Direkt an einer kleinen Anliegerstraße, quasi vor der Tür einiger schmucker Häuser, hatten am Wochenende Jäger das erlegte Schwarzwild abgeladen und die Tiere hier aufgebrochen. Die Innereien landeten in kleinen Wannen, die Wiese zeigte sich blutgetränkt. Über zwei Stunden hätten die ausgeweideten Wildschweine hier vor einigen Wohnhäusern gelegen, ohne dass sich jemand darum gekümmert hätte, berichteten Anwohner. Die Jäger waren offenbar zurück in den Wald gefahren, um weitere Tiere zu schießen und kehrten dann zurück, um die bereits aufgebrochenen Tiere mit ihren Fahrzeugen abzuholen, so die Schilderungen aus Pinnow.

Zu dieser Zeit hätten bereits einige Passanten die erlegten Wildschweine am Wegesrand gesehen. Eine Frau, die an dieser Stelle aus ihrem Auto ausstieg, habe sich beinahe übergeben müssen, so ekelerregend sei der Anblick der toten Tiere und der Gedärme gewesen, hieß es vor Ort. An Jagdgesellschaften sind die Einwohner des kleinen Malchiner Ortsteiles ja gewöhnt, aber so etwas haben sie dann doch noch nicht erlebt, dass die Jagdstrecke direkt an der Dorfstraße ausgelegt wird.

Bedauern über den Vorfall

Das soll auch nicht noch einmal vorkommen, wie Cornelia von Maltzahn am Montag dem Nordkurier sagte. Es handelt sich um das Jagdrevier der Gutsverwaltung der Familie von Maltzahn. Am vergangenen Wochenende waren hier Jäger aus Schleswig Holstein zu Gast. „Was da passiert ist, tut uns sehr leid. Das muss nicht sein“, sagte Frau von Maltzahn. Sie wolle darüber auch noch einmal mit den betreffenden Jägern sprechen. Sie selbst sei zum Zeitpunkt der Jagd nicht vor Ort gewesen. Sie gehe aber davon aus, dass die Weidmänner einfach nicht bedacht hatten, wie ihr Verhalten in dem Dorf ankommen würde, aber gewiss niemanden damit schocken wollten.

Es gab aber auch Pinnower, die Verständnis zeigten für die Schwarzwildstrecke an der Dorfstraße. Das sei nun einmal bei der Jagd so und schließlich seien die toten Tiere dann ja auch rasch abtransportiert worden, meinte ein Pinnower, der allerdings ein Stück entfernt wohnt von dem Sammelplatz.

„Die Pinnower stehen für eine hochqualifizierte Jagd“, betonte derweil Cornelia von Maltzahn und kündigte an, dass ihr Gut in Pinnow zum 1.  Mai die Jagd wieder zurücknehme, also selbst übernehmen werde: „Bei uns wird so etwas nicht vorkommen.“

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