Umweltschutz beim Essen

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Jagdwurst spart Plastik und tut noch mehr Gutes

Ilka Kummerow (links) und Carola Stübs verpacken die etikettierten Jagdwürste. Sie werden keine zweite Verpackung mehr bekommen.
Ilka Kummerow (links) und Carola Stübs verpacken die etikettierten Jagdwürste. Sie werden keine zweite Verpackung mehr bekommen.
Eckhard Kruse

Der Stavenhagener Wursthersteller Pommernland verabschiedet sich von einer unnötigen Verpackung. Das ist nur Umweltschutz, sondern hilft auch anderen.

Braucht eigentlich jede Wurst eine doppelte Verpackung? Oder landet sie nicht doch nur als überflüssiger Ballast im Müll? Diese Fragen stellten sich die Pommernland-Geschäftsführerin Andrea Langner und Netto-Einkäuferin Martina Thormann. Sie kamen zu einem klaren „Nein“ und starteten in diesem Jahr ein erstes Umwelt-Projekt.

Man knöpfte sich die ein Kilogramm schwere Jagdwurst vor, die seit vielen Jahren bei dem Fleisch- und Wurstwarenhersteller produziert wird. „Bisher hatte die Wurst eine zweite Verpackung“, erzählte die Geschäftsführerin. Dabei handelte es sich um eine durchsichtige Kunststoff-Folie. Sie diente zum Schutz der Wurst beim Transport und beim Verkauf in den Geschäften.

Wurst ist genauso lange haltbar

Doch für Andrea Langner ist auch klar, dass die meisten Kunden, diese zweite Verpackung sofort nach dem Öffnen wegwerfen. Sie wird zu Plastikabfall, könnte so zu Mikroplastik in der Umwelt werden oder im schlimmsten Falle, wenn sie nicht recycelt oder verbrannt wird, sogar irgendwann in den Weltmeeren schwimmen. Solche Bilder hat wohl jeder in diesem Jahr in Zeitungen und im Fernsehen wahrgenommen.

Doch bei Pommernland spart man diese zweite Verpackung jetzt komplett ein. „Wir nutzen jetzt einen dichten Darm für dieses Produkt“, erläuterte Andrea Langner. Der sei zwar nach wie vor aus Kunststoff. Doch mit dieser Wursthülle wurde die zusätzliche Folie unnötig. „Wir haben die Haltbarkeit getestet“, sagte sie. Doch es hätten sich keine Unterschiede ergeben.

Verpackung sparen, spart auch Geld

Weil auch das Handling für die Kunden gleich blieb, konnte das Unternehmen die Verpackung ohne Bedenken reduzieren. Das Etikett wird nun direkt auf den Darm geklebt. Danach kommen die Würste in Kartons und werden so zum Netto-Zentrallager nach Stavenhagen oder zum Logistikzentrum nach Wustermark verschickt. Denn diese Jagdwurst gibt es nur unter der Netto-Eigenmarke „Farmer Gourmet“. Das alles schone auch die Ressourcen, betonte die Geschäftsführerin.

Dass weniger Verpackung auch weniger Geld verschlingt, liegt auf der Hand. „Das so eingesparte Geld haben wir für einen Zeitraum von drei Monaten gesammelt“, sagte Andrea Langner weiter. Zusammen mit Martina Thormann habe sie vier Projekte aus dem Umland in Sachen Umweltschutz auserkoren, die mit einer Summe von 900 oder 450 Euro unterstützt wurden. Ausgewählt wurden Projekte des Fritz-Greve-Gymnasiums Malchin, der Reuterstädter Gesamtschule Stavenhagen, der Kita Sülten und der Kita „Rappelkiste“ Jürgenstorf.