Die Jugendherberge in Dahmen hat einen neuen Eigentümer.
Die Jugendherberge in Dahmen hat einen neuen Eigentümer. Eckhard Kruse
Die Gemeinde hat die bisherige Jugendherberge in Dahmen an einen Interessenten verkauft.
Die Gemeinde hat die bisherige Jugendherberge in Dahmen an einen Interessenten verkauft. Eckhard Kruse
Verkauf

Jugendherberge in der Mecklenburgischen Schweiz hat neuen Eigentümer

Die Dahmener Jugendherberge galt bei manchem schon als Ladenhüter. Doch das Gebäude ist nun wieder in „festen Händen”. Und was soll aus dem Objekt werden?
Dahmen

Nach langem Hin und Her ist die Jugendherberge in Dahmen nun endlich verkauft. Das wurde bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung mitgeteilt. Bei dem Käufer handelt es sich um Denny Schulze-Berlin, der im brandenburgischen Kloster-Lehnin lebt. „Ich finde die Gegend hier toll und das Objekt wunderschön“, sagt der 45-Jährige, der privat des Öfteren in der Mecklenburgischen Schweiz weilt.

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Bürgermeister: Käufer und Konzept müssen passen

Für die Gemeinde geht damit eine jahrelange Suche nach einem Käufer zu Ende. Die Jugendherberge – das Gebäude wurde einst für die Mitarbeiter der alten Zuckerfabrik gebaut – ist bereits seit 2015 geschlossen. Beim Verkauf des Gebäudes musste die Gemeinde immer wieder Rückschläge bei den Interessenten hinnehmen und zudem sogar Vorwürfe einstecken, ob sie es nicht hinkriegen würde, ein Gebäude zu veräußern. „Die Jugendherberge liegt mitten im Ort und da müssen Käufer und Konzept auch zur Gemeinde passen“, erläutert Bürgermeister Philipp Maerz. Alles andere hätte sich negativ auf die Kommune auswirken können.

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Erst Gespräche mit Behörden

Bei Denny Schulze-Berlin habe die Kommune das Konzept überzeugt. Doch weder das Gemeindeoberhaupt noch Danny Schulze-Berlin lassen sich bisher Genaueres zu den künftigen Plänen entlocken. Er wolle erst noch einige Punkte mit Behörden abklären, bevor er mit konkreten Aussagen an die Öffentlichkeit gehe, erläutert der neue Eigentümer. Ziel sei es künftig, das Gebäude auch wieder als Jugendherberge zu nutzen, gibt Schulze-Berlin einen Ausblick.

Interesse hält schon länger an

Denny Schulze-Berlin ist für die Gemeinde kein Unbekannter. Der 45-Jährige hatte bereits 2021 Interesse an dem Gebäude signalisiert. Doch damals hatte die Kommune selbstständig Kontakt zu dem ehemaligen Eigentümer, der „Friedenshort-Stiftung“ aufgenommen. Laut Maerz sei die Stiftung auch grundsätzlich an der Jugendherberge interessiert gewesen. Doch wegen der Corona-Pandemie und der daraus finanziell unübersichtlichen Lage habe sich die Stiftung zurückgezogen. Nicht so Denny Schulze-Berlin. Der Kloster-Lehniner hatte immer noch Interesse an der Jugendherberge und teilte dies auch der Gemeindevertretung mit. Schließlich wurden Nägel mit Köpfen gemacht und Ende Dezember der Notar-Vertrag unterschrieben.

Preis über dem Wertgutachten

Laut Philipp Maerz habe die Gemeinde mit dem Verkauf Einnahmen in Höhe von etwas weniger als 280 000 Euro erzielt. Das sei etwas mehr, als ein Wertgutachten zu der Jugendherberge einst ermittelt hatte. Das Geld fließe nun erst einmal in den Haushalt. Wie der Bürgermeister mitteilt, werde die Summe ein Stück weit in den Eigenanteil für die Sanierung der Wassermühle Ziddorf fließen.

„Wir haben mit Denny Schulze-Berlin die bestmögliche Wahl getroffen, denn es muss auch alles zum Ort passen“, erklärt Philipp Maerz. Der Käufer passe da ziemlich gut, zumal er auch mal aktives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr war und weiß, wie wichtig die Brandschützer sind.

Feuerwehr im Nebengebäude

Maerz spielt damit auf den Standort der eigenen Feuerwehr an. Die Dahmener Kameraden haben ihre Fahrzeughalle nämlich immer noch in einem Nebengebäude der Jugendherberge. Doch laut Brandschutzbedarfsplanung brauchen sie unbedingt einen neuen Standort. Und da haben sich Kameraden und Gemeindevertreter nun für den Standort vor der Kirche in Dahmen entschieden. „In den meisten Kommunen ist die Kirche das Zentrum des Ortes und das wollen wir mit der Entscheidung wieder ankurbeln“, erläutert Philipp Maerz.

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