PLÄNE FÜR TETEROW

Junge Frauen wollen Jugendforum schaffen

Debora Vichel und Johanna Hallbauer möchten in ihrer Stadt was bewegen. Das geht nur kollektiv, wissen sie. Aber sie setzen auf ein bestimmtes Potenzial.
Simone Pagenkopf Simone Pagenkopf
Debora Vichel und Johanna Hallbauer (von links) engagieren sich in Teterow für junge Leute.
Debora Vichel und Johanna Hallbauer (von links) engagieren sich in Teterow für junge Leute. Simone Pagenkopf
Teterow.

Zwei Junge Frauen wollen in Teterow ein Jugendforum gründen. Damit wollen Debora Vichel und Johanna Hallbauer nach eigenen Angaben einen Raum für Dialog- und Netzwerkarbeit schaffen. 22 und 26 Jahre jung meinen sie: „Wir glauben, dass wir nur kollektiv etwas verändern können. Wenn wir die Jugendlichen nicht anerkennen, haben wir ein ganz großes Potenzial einfach in den Sand gesetzt.“

Im Fachausschuss für Jugend und Soziales stellte Debora Vichel ihre Idee schon mal vor. Dort setzt man aber erst einmal andere Prämissen. „Perspektivisch können wir uns über von der Stadt unterstützte Räumlichkeiten unterhalten, aber das wird nicht der erste Schritt sein“, so Bürgermeister Andreas Lange. Mit Räumen in der Regionalschule, mit dem Regenbogenhaus oder dem Jugendklub „Indalo“ gebe es Möglichkeiten, sich zu treffen. Die Stadt plane jetzt erst einmal einen „Runden Tisch“ zur Jugendarbeit, so Stadträtin Frauke Martens. Dabei soll unter anderem zusammengetragen werden, welche Angebote die einzelnen Träger für Jugendliche haben und wie zusammengearbeitet werden kann. Wobei der Bürgermeister auch klare Worte fand: „Wer vorsätzlich sich nicht an Regeln hält, dem wird die Stadt nicht das Saatbett bereiten, wo er sich ausbreiten kann.“

Treffpunkt für alle Generationen

Johanna Hallbauer und Debora Vichel wollen dennoch ein Konzept entwickeln für einen Raum und eine Personalstelle „Netzwerk und Dialog“. Eine erste Unterstützung bekommen sie dabei aus dem Bundesförderprogramm Miteinander Reden. Was den Raum betrifft, haben sie sich in der Innenstadt schon mal umgeschaut. Wichtig ist ihnen, dass er im Zentrum liegt. Sie können sich gut vorstellen, dass Jugendliche ihn renovieren. Als Treffpunkt sehen sie ihn aber für alle Generationen. „Wir wollen wissen, was den Leuten wichtig ist für die Gemeinschaft“, sagt Johanna Hallbauer. „Aber bisher fehlten Beteiligungsmöglichkeiten. Die Jugend ist ja nicht eine Einheit. Es gibt viele unterschiedliche Jugendliche und Jugendgruppen mit verschiedenen Bedürfnissen und Ideen. Weil die Vielfalt der Jugend bisher nicht so im Vordergrund stand, setzen wir da an. Und weil sie Ideengeber ist“, fügt die 26-Jährige hinzu.

„Wir sollten das als Stadt weiter begleiten“, sagt Stadtvertreter Hannes Dettmann (CDU). Der übrigens selbst gerade mit 18- bis 35-Jährigen dabei ist, einen Jugendkulturverein zu gründen. „Dass es jetzt so viele aktive junge Leute gibt, die sich engagieren, das ist etwas Besonderes für eine Kleinstadt. Das bedeutet auch, dass die Jugendlichen hier bleiben“, meint Dettmann.

Die beiden jungen Frauen haben sich bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit bei Power On in Belitz kennengelernt. Ihre Erfahrungen dort wollen sie jetzt auch in Teterow einbringen. Debora ist seit März Streetworkerin in Teterow, Johanna, die Führungswissenschaften studiert hat und bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn arbeitete, steigt im Rahmen des Ganztagsschulprogramms mit außerschulischen Angeboten an der Regionalschule ein.

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