Naturschutz

Junge Teterower räumen den Wald auf

Junge Leute entdecken die schönen, aber ungenutzten und zugewachsenen Wanderwege rings um die Bergringstadt neu und haben angefangen, sie wieder herzustellen.
Junge Teterower wollen nicht das Gras wachsen sehen und packen selbst mit an.
Junge Teterower wollen nicht das Gras wachsen sehen und packen selbst mit an. Hannes Dettmann
Teterow

Warum sieht man immer weniger Leute und Familien durch Wälder und Felder spazieren? Warum sind Wanderwege in der Region nur noch sporadisch gepflegt und sichtbar? Das fragten sich die jungen Leute vom neuen Teterower Verein „forma_te“. Seit sich vor einer Dekade der Wanderverein „Auerhähne“ aufgelöst hat, wächst nämlich Gras über die Routen.

Die jungen Teterower aber wollen Wanderlust statt Wanderfrust. Deshalb und auch um das Interesse der Menschen an der Natur wieder zu erwecken, haben zehn junge Vereinsmitglieder aus Teterow und Umgebung jüngst endlich selbst angepackt. Und sich zunächst den Wanderweg am Hollerberg vorgenommen, berichtet Vereinsvorsitzender Hannes Dettmann. Haben Wege bereinigt und Müll gesammelt. Dazu kam das gemeinschaftliche Erlebnis. „Ich kannte diesen Weg noch gar nicht und habe unterschätzt, wie schön die Natur hier ist“, meinte etwa Norman von Frühling ganz angetan von der Aktion. „Gemeinschaftlich im Wald zu arbeiten, macht total Spaß und das noch für einen guten Zweck!“

Verein übernimmt Patenschaft

Um aus dem Wandern wirklich ein Erlebnis zu machen, haben sich die jungen Leute noch mehr einfallen lassen: Mülleimer, Schilder, Bänke und Liegeflächen werden angefertigt und aufgestellt. Dabei sind sich die jungen Leute der Unterstützung einiger Teterower sicher. Ein hiesiger Baumarkt beispielsweise, dessen Filialleiter die Idee sehr symphatisch finde, habe das Material für die Mülleimer gesponsert und sei auch bereit, Holz für Schilder zur Verfügung zu stellen.

Auch der zuständige Förster halte die Aktion für große Klasse und habe daher Baumstämme für Bänke zugesagt, so Hannes Dettmann. Für den Wanderweg zum Hollerberg quasi hat der Verein zunächst selbst die Patenschaft übernommen, um erst mal Erfahrungen zu sammeln. Die Aktion aber soll zünden und auf Teterower Schulen, Unternehmen oder andere Vereine übergreifen.

Noch mehr Pläne

Schließlich gibt es in der schönen Natur rund um die Bergringstadt nicht nur diesen einen brach liegenden Wanderweg. Die Teterower könnten sich durchaus einbringen. „Dafür wollen wir ab 2020 Aufrufe starten.“ Warum kaum noch einer draußen zu sehen ist, kann Hannes Dettmann nur vermuten. „Die digitale Gesellschaft ist sicherlich ein Faktor, warum das Interesse mehr und mehr nachgelassen hat. Ein Großteil seiner Zeit verbringt man heute eben vor diversen Bildschirmen.“

Ein Naherholungserlebnis in der Natur, wie es eigentlich selbstverständlich sei, solle dies kompensieren und wieder die eigene Neugier in der Natur wecken. „Das Projekt will aber auch einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.“

Kaum ist die erste Aktion begonnen, sprudelt es bei den jungen Leuten schon vor weiteren Ideen. Wieso nicht neuartige Sachen wagen, denkt Hannes Dettmann weiter. Und etwa besondere, einfach zu habende Erlebnisse wie organisierte oder freie Nachtwanderungen anbieten.

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