KARNEVAL AUF DEM NEUKALENER MARKTPLATZ

Jungpioniere und Sparwasser treten an

Zum Auftakt zu den drei tollen Tagen begaben sich Neukalens Jecken am Sonntag auf Zeitreise in den einstigen Osten. Aber auch gegen die Klima-Aktivisten und ihren beantragten Notstand wurde noch einmal kräftig ausgeteilt.
Für Karneval und Party seid bereit: Den Fahnenappell auf der Neukalener Faschingsbühne machte das Motto der 62. Sais
Für Karneval und Party seid bereit: Den Fahnenappell auf der Neukalener Faschingsbühne machte das Motto der 62. Saison möglich. Thomas Koch
Am Sonntag wurde in Neukalen auch ein kleines Nachwuchs-Prinzenpaar gekürt: Emilia und Tamme aus Leuschentin.
Am Sonntag wurde in Neukalen auch ein kleines Nachwuchs-Prinzenpaar gekürt: Emilia und Tamme aus Leuschentin. Thomas Koch
Regieren bis Aschermittwoch in Neukaledonien: Prinz Daniel und Prinzessin Christin.
Regieren bis Aschermittwoch in Neukaledonien: Prinz Daniel und Prinzessin Christin. Thomas Koch
Mit grüner Farbe haben die Herren bei ihrem Kostüm wahrlich nicht gespart.
Mit grüner Farbe haben die Herren bei ihrem Kostüm wahrlich nicht gespart. Thomas Koch
Neukalen.

Vielleicht hätten sie das besser lassen sollen. Zum Start ihrer 62. Saison hatten die Neukalener Narren im November die Klima-Aktivistin Greta ganz kräftig durch den Kakao gezogen. Und siehe da: Die Rache folgte auf dem Fuße. Zum Start der drei tollen Tage am Sonntag auf dem Marktplatz hatte der Himmel seine Schleusen ganz weit geöffnet und vergoss sein Nass auf die Jeckenschar und ihre Gäste. Doch Neukalen wäre nicht Neukalen, wenn man sich von derlei Ungemach die gute Laune und die Partystimmung verderben lassen würde.

Klima-Gretel hin, Klima-Gretel her – einem echten Narren können Wind und Wetter nichts anhaben. Und als wollten sie das Schicksal geradezu herausfordern, setzten die Jecken sogar noch einen drauf und teilten in der Bütt noch einmal ganz kräftig aus gegen den Projekthof Karnitz, der doch tatsächlich den Klimanotstand für die Peenestadt verhängen wollte. „So einen Unsinn hat doch keiner gebraucht, ich denke, die haben einfach zu viel Hasch geraucht“, tönte Büttenredner Brian Kasch gegen den nur wenige Kilometer entfernt liegenden Projekthof.

Das miese Wetter scherte den Neukalener Carneval-Club, die Gruppen auf den Umzugswagen und die vielen hundert Gäste herzlich wenig. Sie alle begaben sich am Sonntag auf eine große Zeitreise. Und die führte zurück in die Zeit vor der Wende. Da konnten schon nostalgische Gefühle aufkommen, als mit einem Mal eine Schar von Jungpionieren auf der Marktplatzbühne auftauchte. „Für Karneval und Party seid bereit. Immer bereit.“ Ja, so war das im Osten. Oder so ähnlich.

Reinhardt findet die SED-Millionen ...

Auch eine Ikone des DDR-Sports durfte auf dem Marktplatz nicht fehlen. Es gab keine Sportsendung in der einstigen DDR, in der sein legendäres Tor nicht über den Bildschirm flimmerte: Jürgen Sparwasser. Er war es, der mit seinem Tor den „Klassenfeind“ 1974 bei der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land besiegte. In Neukalen wurde der „Narren-Sparwasser“ am Sonntag nicht weniger enthusiastisch gefeiert wie das Original bei seinem unvergessenen Tor in Hamburg.

Mit einer großen Überraschung konnte der Landtagsabgeordnete Marc Reinhardt noch aufwarten. Er ist ja hinlänglich bekannt, berühmt und berüchtigt dafür, dass er immer wieder Geldquellen für seine Heimatstadt ausfindig macht. Und pünktlich zum Karneval, zumindest hat er das am Sonntag verkündet, hat er doch tatsächlich noch die so genannten SED-Millionen der einstigen DDR-Regierungspartei in einem verborgenen Versteck gefunden. Ja, und was macht so ein Landtagsabgeordneter mit so einem Schatz? Na klar. Er lässt ihn den Narren zukommen. Zwar nicht mehr in diesem Jahr, aber dafür im nächsten. Schließlich steht der liebe Marc dann wieder auf dem Stimmzettel für die nächste Landtagswahl und da kann so ein kleines Wahlgeschenk natürlich nicht schaden.

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