Coronavirus

Keine Weihnachtsmärkte an Schlössern Stavenhagen und Bredenfelde

In Stavenhagen und Bredenfelde fallen die Weihnachtsmärkte aus. Die Bredenfelder Schlossherrin blickt stinksauer auf Karnevalisten und den Neubrandenburger Weihnachtsmarkt.
Beim Schlosshotel Bredenfelde hatte man schon alles vorbereitet für die vier Weihnachtsmarkt-Wochenenden im Advent, sieht
Beim Schlosshotel Bredenfelde hatte man schon alles vorbereitet für die vier Weihnachtsmarkt-Wochenenden im Advent, sieht sich aber außerstande, die Einhaltung der 2Gplus-Vorschrift zu garantieren. Eckhard Kruse
Stavenhagen

Nun sind auch die letzten großen Weihnachtsmärkte in der Mecklenburgischen Schweiz abgesagt. Die Stadt Stavenhagen und das Schlosshotel in Bredenfelde, das an allen vier Adventswochenenden zum Markttreiben einladen wollte, streichen wegen der Corona-Regeln die Segel, informierten der Bürgermeister und die Schlosseigentümerin am Freitagvormittag.

Angst vor Gedränge bei der Gänseverlosung

In Stavenhagen hatten ohnehin schon mehrere Händler ihr Kommen abgesagt, sodass der Markt bereits auf der Kippe stand. Nach einer Beratung habe man sich nun ganz gegen den Höhepunkt am 11. und 12. Dezember auf dem Schlosshof entschieden, so Bürgermeister Stefan Guzu. Denn auch die Durchführung wäre ein Problem gewesen. Es dürften nicht so viele Menschen auf den Platz. Die Einhaltung der 2Gplus-Regeln müsste kontrolliert werden. Und vor allem bei der beliebten Gänseverlosung wäre es nach Einschätzung im Rathaus nicht möglich gewesen, die Abstände einzuhalten, wenn sich die Besucher vor der Bühne drängen. Damit wird es im zweiten Jahr in Folge keinen Weihnachtsmarkt in Stavenhagen geben.

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Monika Muschke wollte schon an diesem Wochenende mit den Weihnachtsmärkten in Bredenfelde beginnen. „Es ist alles aufgebaut. Die Hütten stehen und der Saal ist geschmückt”, sagte sie. „Wir haben für mehrere Tausend Euro Bäume, Bratwürste, Glühwein und Schwibbbögen gekauft.” Doch nun müsse sie aufgrund der verschärften Corona-Regeln den Markt absagen. Denn es sei ihr nicht möglich, den Besucherstrom zu kontrollieren, wenn die Gäste von der Straße oder vom Park aus zum Schloss kommen. Alle Besucher hätten unter 2Gplus auch einen aktuellen Test gebraucht. „Es ist zum Heulen”, betonte die Schlossherrin. Denn nun werde es auch in Bredenfelde zum zweiten Jahr in Folge keinen Markt geben.

Schlossbesitzerin fühlt sich bestraft und ungerecht behandelt

„Wir werden jetzt dafür bestraft, dass die Leute im November noch Karneval feiern durften”, kritisierte Monika Muschke und schaute dabei unter anderem nach Neukalen, wo man am 11.11. noch munter dicht an dicht feierte. Sie hat auch kein Verständnis, dass der Neubrandenburger Weihnachtsmarkt und andere größere Märkte offenbar stattfinden. „Wer kontrolliert das?”, fragte sie. Denn in der Neubrandenburger Turmstraße könne doch jeder laufen, wie er will. Das sei ungerecht und nicht nachzuvollziehen.

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Ganz abschließen will sie das Schloss aber nicht. Damit die Leute aus der Umgebung wenigstens noch einen kleinen Anlaufpunkt am Adventswochenende haben, bleibe das Café an den Wochenenden von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Man bekomme auch eine Bratwurst. „Aber bitte einen aktuellen Test mitbringen”, sagte sie.

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Kommentare (1)

Sorry, ich kann die Wut und den Frust der Betreiberin des Schlosshotels Bredenfelde absolut nachvollziehen. Aber es ist falsch, die Vorwürfe an die Karnevalisten oder an die Betreiber anderer Weihnachtsmärkte zu richten. Nicht die sind verantwortlich für die aktuell verordneten Verbote und Maßnahmen, sondern die Bundes- und Landesregierung, die Kreisverwaltungen und hier konkret die Gesundheitsämter und ggf. noch die Kommunen.

Das ist hier das beste Beispiel, wie die Politik es geschafft hat, die Gesellschaft zu spalten. Ich bin mir sicher, wenn im Schlosshotel Bredenfelde vor einem Monat eine Karnevalsveranstaltung auf dem Programm gestanden hätte, wäre diese auch in der zu diesem Zeitpunkt möglichen Form durchgeführt worden. Und wenn sich die Vorgaben für den Weihnachtsmarkt im Schlosshotel Bredenfelde irgendwie mit akzeptablem Aufwand realisieren lassen würden, würde die Schlossherrin diesen auch durchziehen. Dann würde sie sich aber auch dagegen wehren, wenn andere Veranstalter, denen das (leider) nicht möglich ist, voller Neid mit dem Finger auf sie zeigen würden. Auch wenn dieser Neid absolut verständlich ist.