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Kennengelernt um Viertel vor zwölf

Christa und Alfred Coldewey feierten gestern das Jubiläum der Eisernen Hochzeit.  FOTO: Eckhard Kruse

VonEckhard KruseIhr Leben wurde von der Tierzucht in Wasdow und Stavenhagen geprägt. Gestern feierten Christa und Alfred Coldewey das Fest der eisernen ...

VonEckhard Kruse

Ihr Leben wurde von der Tierzucht in Wasdow und Stavenhagen geprägt. Gestern feierten Christa und Alfred Coldewey das Fest der eisernen Hochzeit.

Stavenhagen.Vielen Männern wird nachgesagt, dass sie die wichtigen Daten des ehelichen Lebens nicht auswändig im Kopf haben. Ganz anders Alfred Coldewey. Er weiß noch genau, wann er seine Christa kennen gelernt hat. „Das war am 16. Juni 1946“, sagt er. Und er setzt sogar noch einen drauf: „Um Viertel vor 12.“ Da ist sogar die Verwandschaft erstaunt. Doch für Alfred Coldewey ist es ein wichtiges Datum. Am Vortag war er aus der Gefangenschaft nach Quitzenow bei Gnoien zurückgekehrt. „Und das musste ich mich gleich bei der sowjetischen Kommandantur in Gnoien melden“, erinnert er sich.
Auf dem Heimweg begegnete er dann der Freundin eines Freundes bei der Feldarbeit. „Und da war auch eine kleine Schwarze dabei“, sagt er mit Blick auf seine heutige Ehefrau, die allerdings keine schwarzen, sondern nur dunkelbraune Haare hatte. Für Alfred Coldewey war es Liebe auf den ersten Blick. „Da habe ich sie in mein Herz geschlossen.“ Bei der Feldarbeit im August sind sich beide näher gekommen. Dann hat es noch vier Jahr gedauert, bis sie geheiratet haben.
Das war vor mittlerweile 65 Jahren. So feierten Christa und Alfred Coldewey gestern das Fest der eisernen Hochzeit. Am Vormittag schauten viele Gratulanten unter anderem Bürgermeister Bernd Mahnke vorbei. Am Abend hatte das Jubiläumspaar alle Nachbarn von der Siedlung am Pribbenower Weg eingeladen.
Hier wohnen Christa und Alfred Coldewey seit 1973. Sie zogen um, weil Alfred Coldewey die Schweinemastanlage am Stavenhagener Stadthof aufgebaut hatte und dort Betriebsleiter wurde. „Ich war für den Einkauf und Verkauf zuständig“, erzählt Christa Coldewey. Da ging es unter anderem um das Gewicht und die Dicke der Speckschicht der Ferkel. Denn danach wurde der Preis berechnet.
Das Ehepaar hatte sich 1958 entschieden, mit dem elterlichen Hof von Alfred Coldewey in die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) in Wasdow bei Gnoien einzutreten. Christa Coldewey arbeitete dort lange in der Schweinezucht und er in der Rinderzucht. Beide qualifizierten sich im Fernstudium zum Agraringenieur. Das Paar zog drei Söhne und zwei Töchter groß. Heute können sich die 83- und der 86-Jährigen über 13 Enkel und acht Urenkel freuen. Der neunte Urenkel ist gerade unterwegs.

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