WERKSTATT

Keramikerin trotzt der Corona-Krise

Nach der Wende startete Heike Meister neu durch, baute mit ihrem Mann ein kleines Töpferunternehmen auf. Das sie trotz der Corona-Krise über Wasser hält.
Heike Meister an ihrer Töpferscheibe. Sie bietet auch Workshops an. Interessierte können sich melden.
Heike Meister an ihrer Töpferscheibe. Sie bietet auch Workshops an. Interessierte können sich melden. Simone Pagenkopf
In ihrem kleinen Laden zeigen Meisters ihre Arbeit. Öffnungszeiten gibt es nicht. Am Besten, man ruft einfach an und scha
In ihrem kleinen Laden zeigen Meisters ihre Arbeit. Öffnungszeiten gibt es nicht. Am Besten, man ruft einfach an und schaut vorbei. Simone Pagenkopf
Prebberede.

„Ich habe den schönsten Arbeitsplatz.“ Lächelnd lehnt sich Heike Meister einen Moment zurück. Ihr Blick gleitet zum prasselnden Feuer im Kamin und durch das Fenster hinaus über das weite Feld. Dann greift sie zum Ton und platziert ihn schwungvoll auf ihrer Töpferscheibe. „Das ist meins“, sagt sie ganz einfach. Und das schon seit 30 Jahren.

Ihr Mann hat sie stets unterstützt

Nach der Wende startete Heike Meister neu durch. In einer dreijährigen Ausbildung wurde sie Kunsthandwerkerin. Ihr Mann Hartmut hat sie von Anfang an unterstützt. Und irgendwann packte auch ihn das Keramikfieber. Mit Meister-Keramik führen beide ein kleines Familienunternehmen. In Prebberede, wo sie zuhause sind, bauten sie einen leer stehenden Stall zu einem kleinen Laden um. Die Garage wurde zur Werkstatt. Vom viel zu früh verstorbenen Künstler Mario Knobloch, der als Herr der roten Keramik galt, hatte Heike Meister die Töpferscheibe bekommen. Ihren ersten Brennofen hatten sich Meisters seinerzeit aus der Ziddorfer Mühle holen können. Mit dem hatte Heike Meister schon gearbeitet, als die Töpferei „Zum Eulennest“ ihr Domizil in der Mühle hatte.

Rot ist ihre Lieblingsfarbe

Aus einem Klumpen Ton Tassen und Krüge, Vasen und Übertöpfe, Lampen und Windlichter, ganz unterschiedliche Figuren und mit immer neuen Ideen auch immer neue Kreationen entstehen zu lassen – das ist es, was Heike und Hartmut Meister am Töpfern reizt, was beiden Spaß macht. Dabei gibt es durchaus eine Arbeitsteilung. Ihr Part ist das Drehen, seiner die Aufbaukeramik. „Es gibt nichts, was wir nicht herstellen“, sagt sie. „Wir machen viel auf Bestellung.“ In diesem Jahr haben Meisters zudem eine neue Glasur ausprobiert. In Grau. Ihr Lieblingston bleibe aber die Farbe Rot. „Es ist die Farbe der Liebe. Da steckt Energie drin. Wenn wir auf dem Markt stehen, erkennen uns die Leute schon“, bemerkt Heike Meister schmunzelnd.

Markt heißt, zweimal die Woche wird das Auto voll beladen und es geht auf die Insel Rügen nach Thiessow. Dienstag und Donnerstag hat Meister-Keramik dort einen Stand, sind die Prebbereder froh, als das in der Corona-Krise wieder möglich wurde. Sie haben inzwischen auch eine Zusage für den Weihnachtsmarkt im Stralsunder Rathauskeller. Auch dafür wird schon fleißig produziert. Zudem werden Bestellungen verschickt. „Gerade zu Beginn der Krise hat uns der Online-Versand sehr geholfen. Das hat uns über Wasser gehalten“, verhehlen Heike und Hartmut Meister nicht.

Türen werden zum Hoffest geöffnet

Am kommenden Wochenende starten sie eine weitere Aktion. Dann laden sie zum ersten Mal zu einem Hoffest mit Tag der offenen Tür. Am 10. und 11. Oktober zwischen 10 und 17 Uhr sind alle Interessierten in Prebberede, Röth-Soll 16, willkommen. Natürlich ist der kleine Laden geöffnet, der die Vielfalt von Meister-Keramik zeigt. Wer möchte, kann sich dann auch mal selbst an der Töpferscheibe ausprobieren. Für Kinder wurden schon kleine Tierfiguren gegossen, die aufs Bemalen warten. Für kleine Stärkungen ist auch gesorgt. Und musikalischer Gast ist an beiden Tagen ab 13.30 Uhr Herbert Klein aus Waren, der sich keltischer Musik und Irish Folk verschrieben hat. Ein Hygienekonzept wurde aufgelegt. „Rücksicht ist die Mutter des Keramikladens“, gilt in Corona-Zeiten nämlich besonders. Und unterstützt werden Heike und Hartmut Meister bei allem von ihren Kindern. „Das sind unsere Heinzelmännchen. Wenn die Familie nicht hundertprozentig zueinander steht, funktioniert das nicht.“

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