GEMEINDE-TREFFPUNKT

Kittendorfer wollen Dorfkonsum zurück

Seit 23 Jahren ist der Dorfkonsum von Kittendorf schon geschlossen. Doch nun bemüht sich die Gemeinde, den Laden wieder zu eröffnen.
Der Dorfkonsum von Kittendorf ist schon seit vielen Jahren geschlossen. Doch das könnte sich bald ändern.
Der Dorfkonsum von Kittendorf ist schon seit vielen Jahren geschlossen. Doch das könnte sich bald ändern. Eckhard Kruse
Thomas May, Bürgermeister Kittendorf.
Thomas May, Bürgermeister Kittendorf. Eckhard Kruse
Kittendorf ·

Wie lange der Dorfkonsum von Kittendorf schon geschlossen ist, das weiß Anneliese Haß wohl am besten. Schließlich hat sie als Verkäuferin bis zum Schluss in dem Einkaufsladen gleich an der B 194 gearbeitet. „Es war 1998“, sagte sie. Die Leute hätten einfach nicht mehr genug eingekauft. Deswegen rentierte es sich nicht mehr.

Dabei handelte es sich damals um einen modernen Konsum, erinnerte sie sich. Der war erst 1989 neu gebaut und eröffnet worden. Die Konsumgenossenschaft gab das Geschäft im Jahr 1992 ab. Danach habe ein Fuhrunternehmer den Laden übernommen, in der Kühlzelle Fleisch und Wurst gelagert, Mitarbeiter seien mit Verkaufswagen in die Dörfer gefahren. Danach habe es noch drei weitere Inhaber gegeben, bei denen Anneliese Haß angestellt war.

Interessent aus Berlin

Das ist mittlerweile 23 Jahre her. Das Gebäude mit dem großen Schaufenster und der Aufschrift „Landkauf“ steht immer noch leer. Doch nun arbeitet die Gemeinde intensiv daran, dass die Einkaufsquelle wieder eröffnet. Weil die Gemeinde so einen Laden nicht selbst betreiben kann, bemüht sie sich um Kontakte zwischen Interessenten und Eigentümer.

Im vergangenen Jahr war ein Ehepaar aus der Nähe von Waren schon drauf und dran, den Konsum in Kittendorf wieder zu eröffnen, berichtete Bürgermeister Thomas May. Das habe sich am Ende leider zerschlagen. „Aktuell gibt es einen zweiten Anlauf.“ Dieses Mal handele es sich um Berliner. Die würden gerade an einer Konzeption arbeiten. Sie hätten auch schon um Unterstützung der Gemeinde nachgefragt. Momentan gehe es aber auch nicht weiter, weil der Eigentümer des Gebäudes coronabedingt in den USA arbeitet.

Für den Bürgermeister soll der Laden aber nicht nur ein Ort sein, an dem man Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs kaufen kann. Es könnten auch Fleisch und Käse aus regionaler Produktion und ländliche Produkte angeboten werden. Wie eben bei einem modernen Dorfladen. Vor allem soll der Konsum auch zu einem Treffpunkt für das ganze Dorf werden, wo die Leute auch miteinander „tratschen und schnacken“, in der warmen Jahreszeit im Freien vor der Tür sitzen können.

Treffpunkt und Zwischenstopp für Pendler?

Das liegt dem Bürgermeister am Herzen. Denn er hat lange registriert, dass in kleinen Dörfern für die Bewohner und vor allem die Älteren kaum noch etwas vorhanden ist. Weil sich auch der Spielplatz des Dorfes gleich neben dem Konsum befindet, seien hier beste Gegebenheiten für so einen Treffpunkt vorhanden.

Doch kann so ein „Konsum 2.0“ in einem Dorf mit etwa 300 Einwohnern überhaupt genug Einnahmen erzielen, um sich dauerhaft zu tragen? Für Thomas May liegt auf der Hand, dass es nicht nur die Kittendorfer sein würden, die dort einkaufen gehen. „Der Konsum liegt direkt an der B 194. Da gibt es viel Durchgangsverkehr, von dem – die Coronazeit einmal ausgenommen – auch die Gaststätte Nörenberg profitiert“, meinte er.

Da könnten Vorüberfahrende oder Pendler einkehren und sich vielleicht mit frischen Brötchen oder einem Kaffee eindecken. Das alles hält er für möglich. Zusammen mit einem Postshop und anderen Angeboten würde sich dieser Laden durchaus rechnen, meint Thomas May.

 

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